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Audioseite Frankfurt lockert Corona-Maßnahmen

Szene in einer Außengastronomie. Eine Kellnerin mit OP-Maske trägt zwei Teller mit Burgern zu einem Tisch.

Als letzte Stadt in Hessen lockert auch Frankfurt am Dienstag die Corona-Beschränkungen. Das Gesundheitsamt hatte sich für die Entscheidung einen Tag mehr Zeit als nötig genommen.

Seit Dienstag gilt auch in Frankfurt die lockerste Corona-Stufe. Die Inzidenz lag am Dienstag laut Robert-Koch-Institut bei 32,6 und damit bereits zum sechsten Mal in Folge unter 35.

Hält sich die Inzidenz fünf Tage unter 35, sehen die Empfehlungen des hessischen Stufenplans verschiedene Lockerungen ab dem kommenden Tag vor: Gäste müssen im Innenbereich von Restaurants, Cafés und Kneipen keinen negativen Corona-Test mehr vorzeigen. Bei Veranstaltungen sind wieder mehr Menschen erlaubt. Möglich sind auch mehr Zuschauerinnen und Zuschauer im Fußballstadion.

Ein Tag mehr als nötig

Die Stadt hatte bis zuletzt offengelassen, ob sie die empfohlenen Lockerungen umsetzt. Eigentlich hätte die Entscheidung schon am Montag fallen können, doch das Gesundheitsamt erklärte dem hr, noch die Entwicklung der Inzidenz bis zum Ende des Tages abwarten zu wollen. Wenn der Wert auch gegen Mitternacht unter 35 liege, so die Ankündigung, würden die Lockerungen aber direkt ab Dienstag umgesetzt. Das ist nun der Fall.

25.000 Zuschauer im Stadion?

Damit kann sich wohl auch die Eintracht über vollere Zuschauerränge freuen: Im Stadion sind nun laut Stufenplan 25.000 Fans erlaubt, bisher waren es 5.000. Das nächste Bundesliga-Spiel steht in Frankfurt erst am 21. August an, wenn die Eintracht auf den FC Augsburg trifft. Auch bei anderen Großveranstaltungen sind mehr Gäste erlaubt. Ab 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern darf allerdings auch auf der lockersten Stufe maximal die Hälfte der Plätze belegt werden. Tanzveranstaltungen sind weiterhin nur draußen erlaubt.

Bei diesen Lockerungen handelt es sich um Empfehlungen der Landesregierung, über die letztlich die Gesundheitsämter entscheiden müssen. Zuletzt hatte es größere Verwirrung um die Zuschauerzahlen im Waldstadion gegeben, weil sich Stadt, Sozialministerium und Verein widersprachen.

Auch Wiesbaden knapp unter 35

Um die Nachverfolgung der Infektionswege zu erleichtern, hatte die Stadt Frankfurt kürzlich erst die Bundeswehr um Hilfe gebeten. Seit Montag unterstützen 20 Soldatinnen und Soldaten das Gesundheitsamt. Ihr Einsatz ist zunächst auf sechs Wochen ausgelegt. Die Soldaten waren erst Ende Juli aus Frankfurt abgezogen worden.

Frankfurt ist die letzte Stadt in Hessen, in der noch verschärfte Corona-Regeln galten. Alle anderen hessischen Kreise und kreisfreie Städte haben die genannten Lockerungen bereits umgesetzt. Diese müssen allerdings sofort wieder aufgehoben werden, sobald die Inzidenz an einem Tag über 35 steigt. Knapp unter der Grenze lagen am Dienstag neben Frankfurt auch Wiesbaden (33,4) und Fulda (32,3). Hier könnten die Lockerungen also schon bald wieder zurückgenommen werden.

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Bei den am Dienstag anstehenden Bund-Länder-Beratungen werden die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) voraussichtlich darüber beraten, wie aussagekräftig der Inzidenzwert angesichts der steigenden Impfquote noch ist.

Aus der Politik mehren sich die Forderungen, in die Entscheidung über Lockerungen und Verschärfungen auch andere Kriterien wie die Hospitalisierung oder freie Betten auf den Intensivstationen einzubeziehen. "Die Lage ist heute eine andere als noch zu Beginn des Jahres. Dem müssen wir Rechnung tragen", sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und machte sich vor den Beratungen ebenfalls für eine Abkehr von der Inzidenz als maßgeblichen Faktor stark.

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