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Audioseite Mehr Präsenzveranstaltungen im Wintersemester

Der Uni-Campus der Uni Kassel. An einem Gebäude steht in großen Buchstaben "Universität Kassel".

Zum Vorlesungsbeginn am 18. Oktober wollen die hessischen Hochschulen ihren Studierenden wieder mehr Präsenzlehre anbieten. Viele führen das 3G-Modell ein. Ein Überblick über die Regelungen.

Die meisten der über 260.000 Studierenden in Hessen haben seit über eineinhalb Jahren keinen Campus betreten. In diesem Wintersemester können viele von ihnen wieder in den Vorlesungssälen und Seminarräumen studieren, wenn diese in zwei Wochen wieder öffnen. Laut Coronaschutz-Verordnung der Landesregierung dürfen Hochschulen mehr Präsenzlehre anbieten, wenn sie das 3G-Prinzip anwenden: Geimpfte, Genesene und Getestete sollen wieder mehr echtes Studentenleben genießen können.

Die Mehrheit der größten hessischen Hochschulen will das 3G-Modell anwenden, wie eine hr-Recherche ergab. Gegen das Konzept haben sich nur wenige entschieden. Kostenlose Corona-Tests erhalten Studierende auf kaum einem Campus. Die meisten Hochschulleitungen appellieren an die Studierenden, sich impfen zu lassen.

Hochschulen mit 3G und ohne Testzentren

Die Unis Frankfurt, Kassel, Gießen und Marburg sowie die Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden und Rüsselsheim haben sich für das 3G-Modell entschieden. An Präsenzveranstaltungen können nur geimpfte, genesene und negativ getestete Studenten teilnehmen.

Man sei es den Studierenden und Lehrenden schuldig, so viel Präsenz zu ermöglichen, wie unter Corona-Bedingungen verantwortbar sei, sagte der Präsident der Goethe-Universität, Enrico Schleiff, der dpa. Große Vorlesungen sollen allerdings digital stattfinden. Das teilten die Sprecher der Unis Frankfurt, Kassel, Gießen und Marburg dem hr mit.

Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss an den größten hessischen Universitäten einen negativen Test mit Nachweis aus einem Testzentrum vorzeigen. Selbsttests erlauben die oben genannten Universitäten nicht.

Bürgertests sind ab kommender Woche nicht mehr umsonst. Die Uni Gießen teilte mit, dass sie nicht für die Testkosten aufkommt. Die Uni Marburg überprüft nach Auskunft einer Sprecherin noch, ob sie ab 11. Oktober ihren Studierenden kostenlose Corona-Tests anbieten kann.

Abstandsregeln und Maskenpflicht

Die Uni Marburg und Uni Kassel planen, ihre Veranstaltungsräume maximal zur Hälfte zu belegen. Die Uni Frankfurt teilte mit, dass sie bis zu 85 Prozent der Veranstaltungen wieder auf dem Campus erlauben wolle. Bei fehlenden Abständen gelte dann auch am Platz eine Maskenpflicht.

Anders handhabt das die Uni Kassel. Dort gilt für die Studierenden trotz 3G weiterhin eine Abstandspflicht.

Komplette Präsenzlehre

An der Hochschule Fulda sollen über 8.000 Studierenden wieder komplett im Präsenzbetrieb unterrichtet werden. Parallele Online-Veranstaltungen sind laut einer Sprecherin der Hochschule nicht vorgesehen. Online-Lehre soll es nur in Ausnahmefällen geben. In den Lehrräumen entfielen an der Hochschule Fulda wegen der 3G-Regelung die Mindestabstände. Am Sitzplatz müssten die Studierenden dafür eine Maske tragen.

Eine Studentin nimmt im April an einer Videokonferenz an der Hochschule Fulda teil

Hochschulen mit Corona-Testzentrum

Die Hochschule Fulda, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Frankfurt und die TU Darmstadt bieten den Studierenden neben dem 3G-Modell auch im Wintersemester Corona-Tests auf dem Campusgelände an.

Als eine der letzten Hochschulen in Hessen entschied sich die TU Darmstadt am vergangenen Donnerstag für das 3G-Modell. Dort hatte es Beschwerden von Studierenden gegeben, die mehr Präsenzlehre forderten. Ab dem Vorlesungsstart stehen den Studierenden kostenlose Coronatests zur Verfügung, wie die Hochschule mitteilte. Lehrende sollen die 3G-Regelung stichprobenartig überprüfen.

An der Hochschule Fulda soll ein externer Dienstleister Studierenden kostenlose Corona-Tests unter Aufsicht anbieten. Auch auf dem Campus der University of Applied Sciences in Frankfurt wird ein Testzentrum stehen. Ob die Tests für Studierende kostenlos sind, ist noch nicht klar.

Einsatz externer Kontrolleure

An der Hochschule Fulda, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Frankfurt und der Goethe-Uni Frankfurt sollen externe Dienstleister die 3G-Regelung überprüfen.

Studierende, die ihren Impfstatus nicht digital nachweisen können, erhalten an der Uni Gießen einen Hörsaalpass.

Hochschulen ohne 3G

Die Technische Hochschule Mittelhessen in Gießen, Wetzlar und Friedberg hat sich gegen ein umfassendes 3G-Modell entschieden. Nach Auskunft eines Sprechers hat sich die Hochschulleitung gemeinsam mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss dafür entschieden, das bestehende Hygiene-Konzept beizubehalten.

Demnach gilt die 3G-Regelung nur für Laborveranstaltungen. Für andere Präsenzveranstaltungen hält die Hochschule Abstandhalten und Masketragen für das Sicherste. Es gibt auch Onlinevorlesungen. Gegen das 3G-Modell spreche, dass Nichtgeimpfte sich regelmäßig testen lassen müssten und dadurch erhebliche Kosten entstünden, sagte ein Sprecher. Außerdem seien dann aufwendige Kontrollen nötig.

Auch die Hochschule Darmstadt mit rund 16.000 Studierenden hat sich für kein umfangreiches 3G-Konzept entschieden. Laut einem Sprecher ist ein entsprechender 3G-Nachweis für einzelne Veranstaltungen notwendig. Ansonsten setze das überarbeitete Hygienekonzept auf Abstandhalten, Maskenpflicht und Lüften. Es soll auch weiterhin kostenlose Corona-Test geben.

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