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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ermittlungen nach Todesfällen in Altenheimen

Im Vordergrund schiebt eine ältere Frau ihren Rollator durch einen Pflegeheim-Korridor. Im Hintergrund ist zu erkennen, dass sie von einer Pflegerin in einem blauen Kittel begleitet wird.

In Hessen sind schon über 2.500 Altenheimbewohner an oder mit Covid-19 gestorben. Womöglich auch deshalb, weil es mancherorts an Hygiene fehlte.

Fast jedes zweite der rund 800 Alten- und Pflegeheime in Hessen war schon von Corona-Infektionen betroffen. Zumindest zwei Fälle nimmt die Justiz nun genauer unter die Lupe. Die Staatsanwaltschaft Marburg untersucht einen Corona-Ausbruch in einem Heim im Kreis Marburg-Biedenkopf. Die Staatsanwaltschaft Hanau ermittelt in einem Heim im Main-Kinzig-Kreis.

In beiden Fällen starben mehrere Bewohner an oder mit dem Virus. Die Ermittler prüfen, warum der Erreger dort so großen Schaden anrichten konnte. Hatten die Heime genug für Hygiene und Infektionsschutz getan? Im Main-Kinzig-Kreis steht der Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung im Raum.

Hinterbliebener schaltet Justiz ein

Um welches Heim es sich handelt, gibt die Hanauer Staatsanwaltschaft nicht preis. Nach hr-Informationen ist es ein Seniorenheim in Großkrotzenburg. Dort starben im Dezember sieben Bewohner in Zusammenhang mit der Pandemie. Der Main-Kinzig-Kreis prüfte daraufhin das Heim und stellte Hygiene-Mängel fest. Ein Hinterbliebener schaltete die Staatsanwaltschaft ein. Die Heimleitung weist die Vorwürfe zurück.

Auch die Staatsanwaltschaft Marburg nennt nicht die Einrichtung, in der sie ermittelt. Aber auch dort waren mehrere Bewohner dem Virus zum Opfer gefallen. Die Ermittler seien durch Presseberichte darauf aufmerksam geworden. Noch gebe es keine konkreten Tatverdächtigen. Es gehe darum zu verstehen, welche Umstände genau zum Tod der Bewohner geführt hätten. Dazu würden auch Obduktionen vorgenommen. Die Ermittlungen dauern noch an.

Sendung: hr-iNFO, 27.01.2021, 6 Uhr