Ein Schild informiert darüber, dass das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt geschlossen bleibt.

Schulen zu, Kneipen, Museen, zahlreiche Geschäfte und Spielplätze geschlossen, Supermärkte, Post, Banken geöffnet: Eine Übersicht, was in Corona-Zeiten nicht mehr und was noch geht.

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hessenschau kompakt - 16:45 Uhr vom 16.03.2020
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Die Ausbreitung des Coronavirus verändert den Alltag der Menschen in Hessen. Die Zahl der bestätigten Erkrankungen steigt stetig, am Dienstag gab es den ersten Corona-Toten in Hessen. Um eine Verbreitung von Sars-Cov-2-Infektionen zu verlangsamen, hat die Landesregierung weitreichende Leitlinien beschlossen.

Supermärkte, Baumärkte, Apotheken offen

Die Supermärkte bleiben genauso wie Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen geöffnet. Auch Poststellen, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte oder der Großhandel schließen nicht. Für diese Bereiche ist das Sonntagsverkaufsverbote bis auf weiteres ausgesetzt. Damit soll die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden.

Spielplätze, Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen, Kinos geschlossen - Restaurants bis 18 Uhr geöffnet

Spielplätze, Bars, Clubs, Diskothekn, Kneipen aber auch Kinos sind bis auf Weiteres geschlossen. Restaurants dürfen nur bis 18 Uhr geöffnet halten. Die Menschen dürfen aber auch nach 18 Uhr bestelltes Essen abholen oder sich liefern lassen.


Schulen und Kitas geschlossen

Seit Montag sind die Schulen bis zum Ende der Osterferien geschlossen. Für bestimmte Schüler der Jahrgänge 1 bis 6 und bestimmte Kinder wird eine Notfallbetreuung in kleinen Gruppen gewährleistet. Das gilt besonders für Eltern, die Mitarbeiter der Polizei, Feuerwehr, von Ordnungsbehörden, des öffentlichen Gesundheitsdienstes und der Krankenhäuser sind. Eine vollständige Liste der Berufsgruppen hat das Land Hessen auf seiner Website aufgestellt. Das Notbetreuungsangebot gilt allerdings nur für Alleinerziehende sowie Familien, in denen beide Eltern in einer solchen Berufsgruppe arbeiten.

Der in Frankfurt ansässige, bundesweit tätige Notmütterdienst Familien- und Seniorenhilfe erlebt eigenen Angaben zufolge eine nie da gewesene Nachfrage nach Betreuerinnen und Betreuern. Eltern seien verunsichert und wüssten nicht, wie sie eine Betreuung für ihre Kinder organisieren können.

Wegen der Schul- und Kitaschließungen stellen mehrere Sender ihr Kinderprogramm um. Der WDR strahlt aktuell "Die Sendung mit der Maus" täglich vormittags aus. Der Kinderkanal Kika erweitert das Sendeschema am Vormittag mit zusätzlichen Animationsangeboten für Schüler. Die Kindernachrichten "logo!" berichten über die aktuelle Lage nun zwei Mal pro Tag - zusätzlich zu der Sendung um 19.50 Uhr auch um 11.05 Uhr.

Strikte Maßnahmen in Kliniken

Zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern gilt eingeschränktes Besuchsverbot. Soweit medizinische, soziale oder palliativmedizinische Gründe eine Ausnahme notwendig machen, können Besucher nach telefonischer Absprache im Einzelfall zugelassen werden.

Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern verboten

Feiern und Versammlungen mit mehr als 100 Teilnehmern sind nach einer Anordnung der Landesregierung verboten. Einzelne Kreise haben noch striktere Regelungen - der Kreis Marburg-Biedenkopf hat beispielsweise öffentliche und private Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen verboten. Auch der Hessische Rundfunk hat viele Veranstaltungen abgesagt oder verschoben, hier finden Sie eine Übersicht.

Weitere Informationen

Wie hessenschau.de arbeitet

Die hessenschau.de-Redaktion wurde geteilt, die Zahl der Konferenzen verringert. Manche Kollegen arbeiten bereits im Homeoffice. So wollen wir sicherstellen, dass wir den Betrieb aufrecht erhalten können. Auch bei uns kann es also etwas ruckeliger als gewohnt zugehen.

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Keine öffentlichen Termine der Landtagsabgeordneten

Auch die Landesregierung selbst sagte alle öffentlichen Termine ab. Die Mitglieder des Kabinetts wollen ihre persönlichen Kontakte deutlich reduzieren und keine öffentlichen Termine mehr wahrnehmen, um so das Infektionsrisiko und die Gefahr der Übertragung des Virus zu minimieren.

Finanzämter und Rathäuser geschlossen

Seit Montag sind nach Angaben des Finanzministeriums alle Servicestellen der hessischen Finanzämter für Besucher geschlossen. In mehreren Kommunen bleiben auch die Rathäuser für die Bürger zu.

Nahverkehr teilweise auf Ferienbetrieb

Pendler müssen sich auf Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Es werde über Sonderfahrpläne beraten, sagte eine Sprecherin des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Oberstes Ziel sei es, einen zuverlässigen Bus- und Bahnbetrieb sicherzustellen, aber auch, die Partnerunternehmen dabei zu unterstützen, eine sichere Arbeitsatmosphäre für das Fahrpersonal zu schaffen. Der RMV veröffentlicht geänderte Abfahrtszeiten auf seiner Internetseite. Das Unternehmen hat darauf hingewiesen, dass kurzfristige Änderungen in der App nicht berücksichtigt sind.

Im Main-Taunus- und im Hochtaunuskreis sowie in Rüsselsheim ist der Fahrplan seit Dienstag auf den Ferienbetrieb umgestellt.

Busse und Bahnen in Frankfurt fahren seit Mittwoch nach dem Sommerferien-Fahrplan. Der Ausfall weiterer Fahrten in den kommenden Tagen ist möglich und auch stärkere Einschränkungen des öffentlichen Nahverkehrs können nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der Kurzfristigkeit werden auch die Auskunftssysteme nicht immer den aktuellen Stand wiedergeben können.

In Kassel fahren Busse und Straßenbahnen nach einem Ersatzfahrplan und sind nur noch zwischen 6:30 und 20:30 Uhr unterwegs. Die Regiotram-Linien fahren nur einmal in der Stunde, die RT5 zwischen Kassel und Melsungen fällt sogar ganz aus. Als Alternative können Fahrgäste auf der Strecke das Angebot der Firma Cantus zu nutzen. Sämtliche Cantus-Züge halten zusätzlich an allen Regiotram-Stationen zwischen Kassel und Melsungen.

Die Kasseler Verkehrsgesellschaft streicht die Fahrten, weil deutlich weniger Fahrgäste unterwegs seien als sonst und weil sie erwartet, dass in den kommenden Tagen mehr Fahrer am Coronavirus erkranken und ausfallen.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen geschlossen

Freizeit- und Tierparks, Museen, Theater, Kinos, Ausstellungen, Sportstätten, Spielhallen, Spielbanken und Spielplätze sind seit Mittwoch generell geschlossen.

Kirchen, Synagogen und Moscheen zu

Alle Kirchen, Synagogen, Moscheen und sonstige religiöse Gebetsstätten sind seit Mittwoch geschlossen. Die Absage gelte auch für Erstkommunionfeiern und für Firmungen. Tauffeiern könnten "im kleinsten Rahmen" weiterhin stattfinden. Dies gelte auch für Beerdigungen. Das Bistum Limburg bietet als Alternative ab Dienstag täglich einen Gottesdienst-Livestream aus der Kapelle des Bischofshauses an. Auch das Bistum Fulda stellt täglich einen digitalen Gottesdienst bereit.

Sportveranstaltungen abgesagt, Vereine canceln Sportkurse

Ob Fußball, Handball, Eishockey oder Badminton: In Hessen sind Sportveranstaltungen abgesagt worden oder finden ohne Zuschauer statt. Hier finden Sie einen Überblick.

Einige Turngemeinschaften haben Sportkurse gestrichen, darunter das Zentrum für Hochschulsport der Uni Frankfurt und die TG Bornheim. Die Fitnessstudios der TG Bornheim - mit mehr als 30.000 Mitgliedern der zweitgrößte Verein Hessens - sollen hingegen weiter geöffnet haben, die Anzahl von 200 gleichzeitig trainierenden Mitgliedern dürfe aber nicht überschritten werden.

Mehr Corona-Testcenter

Derzeit gibt es 16 Coronavirus-Testcenter in Hessen. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen teilte mit, es sei medizinisch weiter nicht sinnvoll, Massentests ohne Indikation durchzuführen. Da die Labore mittlerweile an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen seien, "müssen wir die Tests dringend auf diejenigen Patienten beschränken, bei denen eine medizinische Indikation nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI) besteht".

Parks dürfen besucht werden

Anders als in Österreich dürfen in Hessen Parks weiter besucht werden. Radfahren und andere sportliche Betätigungen unter freiem Himmel sind gesund und erwünscht. Auch an der frischen Luft gilt nach den Empfehlungen des RKI, soziale Distanz zu halten. Das Institut empfiehlt Spaziergänge "mit Abstand".

Verhaltenstipps für die Krise

Krisenforscher Frank Roselieb erklärt verschiedene Phänomene in Zeiten der Krise:

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hs
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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 15.03.2020, 19.30 Uhr