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Deutlich geringeres Corona-Sterberisiko dank Impfung

 Zahlreiche brennende Grablichter stehen zum Gedenken an Corona-Tote an einem Gedenkort. (AP)

Vergleicht man den vorigen Corona-Winter mit dem jetzigen, wird deutlich: Obwohl sich im Dezember 2021 mehr Hessinnen und Hessen angesteckt hatten, starben viel weniger daran - trotz des aggressiveren Delta-Virus. Die Ursache dafür ist klar.

Mehr Geimpfte und trotzdem mehr Corona-Infektionen - Impfskeptiker wie etwa Politiker der AfD weisen gern darauf hin und wollen so die Wirkungslosigkeit der Impfkampagne belegen. Und es stimmt ja: Vergleicht man die Zahlen vom Dezember 2021 mit denen vom Dezember 2020, lag die Inzidenz über den Monat gerechnet rund ein Drittel höher als im Vorjahr - obwohl zwei Drittel der hessischen Bevölkerung durchgeimpft waren.

Die beiden Corona-Winter unterscheiden sich nicht nur in der Impfquote deutlich. Der Dezember 2020 war geprägt durch immer drastischere Einschränkungen - nachdem der "Teil-Lockdown" im November gescheitert war, schlossen Gastronomie und Geschäfte, wurde die Präsenzpflicht an den Schulen aufgehoben, führten manche Kreise nächtliche Ausgangssperren ein.

Ein Jahr später - es kursierte längst die rund viermal so ansteckende Delta-Variante des Virus - blieben Geschäfte, Cafés und Restaurants weitgehend offen.

Drastisch weniger Tote

Erfreulich auch der Unterschied bei den an oder mit Covid-19 Gestorbenen. Im Durchschnitt dauert es von den ersten Symptomen bis zum Tod der Patientin oder des Patienten bis drei Wochen. Deshalb lohnt es sich, mit etwas zeitlichem Abstand nachzuschauen: Wie viele der Menschen, die sich im Dezember angesteckt haben, waren einen Monat später noch am Leben?

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Dieser Vergleich aus den beiden Corona-Wintern zeigt, wie vielen Menschen die Impfung das Leben gerettet hat oder rettet: Die Fallsterblichkeit - der Anteil der gemeldeten Fälle, die die Erkrankung nicht überleben - lag im Dezember 2020 bei 4,2 Prozent. Von den im Dezember 2021 Infizierten starben bis Ende Januar nicht einmal 0,5 Prozent.

Auch die Krankenhauszahlen bestätigen den Unterschied: Lagen Anfang Januar vergangenen Jahres 572 Corona-Patienten auf hessischen Intensivstationen und 2.046 auf Normalstationen, gab es Anfang diesen Jahres weniger als die Hälfte Covid-Patienten auf Intensiv - von denen die Mehrzahl nicht geimpft war.

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Ältere besser geschützt - gleich doppelt

Wenn man gezielt auf die Risikogruppe der über 60-Jährigen schaut, wird deutlich, wem die Impfung am meisten geholfen hat: Die Fallsterblichkeit bei den über 60-jährigen Hessinnen und Hessen lag im ersten Corona-Winter bei 13,7 Prozent, jetzt ist sie auf 3,3 Prozent zurückgegangen. Diese Altersgruppe war Anfang Dezember zu 85 Prozent durchgeimpft.

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Zugleich aber, das zeigen die Infektionszahlen, stecken die Älteren sich in diesem Corona-Winter einfach seltener an: Trotz der höheren Inzidenz in der Gesamtbevölkerung sank die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei über 60-Jährigen auf die Hälfte. Nach der Impfkampagne waren die besonders Gefährdeten also gleich doppelt geschützt.

Und Omikron?

Delta war ansteckender und gefährlicher, Omikron ist noch ansteckender und kann die Impfung aushebeln - die aktuell vorherrschende Variante begann ihren Siegeszug in Hessen erst Ende Dezember 2021 und ist deshalb in der Auswertung noch kaum präsent.

Das gemeinnützige Science Media Center hat wissenschaftlich gesicherte Fakten über Omikron zusammengetragen. Bei den Forschern, die auf Daten etwa aus England zurückgreifen können, verdichtet sich die Gewissheit, dass Omikron-Infizierte deutlich seltener wirklich schwer krank werden - zumal sie oft schon durch eine Impfung geschützt sind. Ein immer höherer Anteil der Bevölkerung ist geboostert, was das Sterberisiko gegenüber Ungeimpften um über 90 Prozent reduziert.

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Trotz der explodierten, um ein Vielfaches höheren Fallzahlen: Bis jetzt verzeichnen die Intensivstationen in Hessen keinen steilen Neuanstieg, wie es ihn bei den Infektionszahlen gab - die endgültige Bilanz der Omikron-Welle werden wir wieder erst mit etwas Abstand ziehen können.

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Methode und Daten

Die Auswertung erfolgte mithilfe eines Programms, das die RKI-Tagesmeldungen - und damit die neu gemeldeten Toten - für den jeweiligen Zeitraum analysierte und zusammenzählte. Der Code des Analyse-Programms ist auf Github zu finden, die Meldungsdaten stellt das RKI ebenfalls öffentlich in einem Github-Repository bereit.

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