Corona Coronavirus Sujet

Der Herbst hat kaum begonnen, da schnellen die Corona-Zahlen in die Höhe: Offenbach und Frankfurt haben die kritische Marke an Neuinfektionen schon deutlich überschritten. Doch auch in anderen Kreisen breitet sich das Virus aus.

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zum Video Steigende Corona-Zahlen in Frankfurt und Offenbach

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Von Anfang an hatten Virologen vor einer zweiten Corona-Welle im Herbst gewarnt, nun scheint sich die Befürchtung zu bewahrheiten: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet mit mehr als 4.000 neuen Fällen bundesweit innerhalb eines Tages Werte wie zur Hochphase der Pandemie im Frühjahr.

Auch in Hessen sind die Zahlen so hoch wie lange nicht: 307 Neuinfektionen meldete das RKI am Donnerstag. Solche Werte erreichte Hessen im Juni und Juli nicht mal innerhalb einer ganzen Woche.

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Unterschiedliche Infektionszahlen

Das Sozialministerium gab am Donnerstag die Inzidenz für Offenbach mit 51,3 und für Frankfurt mit 47 an. Die Städte selbst meldeten anderen Zahlen: Frankfurt errechnete 59 Fälle, Offenbach sprach von 68 Fällen. Die Differenzen zwischen Stadt- und Landeszahlen lassen sich auf unterschiedliche Zeitpunkte der Berechnung zurückführen.

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Negativer Spitzenreiter sind aktuell die Städte Offenbach und Frankfurt. Beide liegen seit dieser Woche über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Offenbach meldete am Donnerstag eine Inzidenz von 68, Frankfurt gab seinen Wert mit 59 an. Als Reaktion haben beide Städte zahlreiche Maßnahmen wie eine Sperrstunde und Kontaktbeschränkungen erlassen.

"Virus kommt in der Breite an"

Nach den Sommerferien konnten die Gesundheitsämter viele Fälle auf Reiserückkehrer zurückführen und Infektionsketten gezielt nachverfolgen. Das hat sich nun geändert, wie die Stadt Offenbach am Mittwoch erklärte: "Wie in Frankfurt und im gesamten Rhein-Main-Gebiet haben jetzt auch in Offenbach die Infektionen, bei denen der ansteckende Patient nicht herausgefunden werden kann, einen neuen Höchstwert erreicht." Sie seien bis zu doppelt so hoch wie im August. "Das ist ein sehr deutliches Indiz dafür, dass das Virus in der Breite ankommt."

Für die Gesundheitsämter wird das zunehmend zum Problem, weil Infektionsketten immer schlechter zu durchbrechen sind: Wird eine infizierte Kontaktperson nicht gefunden, getestet oder in Quarantäne geschickt, kann sie das Virus unbemerkt weitergeben.

Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) forderte seine Bürger deswegen dazu auf, wieder weniger Menschen zu treffen: "Während der ersten Welle der Corona Pandemie musste das Gesundheitsamt bei Corona-Fällen meistens 3 bis 5 Kontaktpersonen ermitteln. Zuletzt waren es oft mehr als 80." Vor allem private Feiern gelten demnach als Problem.

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Anstieg auch in anderen Kreisen

Doch nicht nur in Offenbach und Frankfurt breitet sich das Virus aktuell schnell aus. Andere Kreise haben zumindest die zweite Warnstufe des Eskalationskonzepts überschritten, weil sie mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tage aufweisen: Groß-Gerau liegt bei 39,2, Marburg-Biedenkopf bei 36,8. Auch der Landkreis Offenbach (32,6) und die Stadt Wiesbaden (32) sind von dieser Marke nicht weit entfernt.

Die Statistik verheißt momentan nichts Gutes: Nachdem die Kurve zur Entwicklung der Neufälle im Sommer flach verlief, steigt sie nun wieder deutlich an. Dazu kommt, dass die aktuellen Zahlen eigentlich einen bereits veralteten Stand abbilden - denn vom Test über das Ergebnis bis hin zum Erscheinen des positiven Falls in der Datenbank vergehen noch einmal einige Tage.

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Mehr Tests, mehr Fälle?

Die Neufall-Zahlen aus den verschiedenen Monaten lassen sich nur bedingt vergleichen, weil inzwischen deutlich mehr getestet wird als im März und April. Umgekehrt erklärt allein die gestiegene Zahl an Tests die Zunahme der Infektionen im August nicht. Und auch die Quote der positiven PCR-Tests taugt zwar als Warnsignal, aber nur bedingt als Messwert für die Verbreitung des Virus - weil sie von der Teststrategie abhängt. Ausführlich haben wir das in diesem Artikel erörtert.

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Das Eskalationskonzept beinhaltet ein gestuftes Vorgehen zur Bekämpfung der Pandemie

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 08.10.2020, 16.45 Uhr