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Audioseite Nach Ende der Winterferien beginnt Schulunterricht in Präsenz

Schülerinnen der Klasse 5c des Matthias-Grünewald-Gymnasiums in Würzburg machen einen Corona-Test.

Am Montag beginnt in Hessen wieder der Schulbetrieb. Für Kultusminister Lorz hat der Präsenzunterricht oberste Priorität. Offen ist, ob sich dieser angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante aufrecht erhalten lässt.

Trotz steigender Infektionszahlen mit der ansteckenderen Omikron-Variante starten Hessens Schulen am Montag im Präsenzunterricht. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte sich mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf Bundesebene vergangene Woche darauf verständigt.

Der Tenor: Schulschließungen soll es nur geben, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. "Wir räumen dem Präsenzunterricht nach wie vor höchste Priorität ein", betonte Lorz.

Minister setzt weiter auf Tests, Masken, Impfen

Damit die Schulen auch mittelfristig geöffnet bleiben können, setzt der Minister weiter auf flächendeckende Tests, Maskenpflicht im Unterricht, Hygienemaßnahmen und Impfen. "Die Schutzmaßnahmen haben sich bisher bewährt", so Lorz, der an Eltern und Schüler erneut appellierte, sich gemäß der Empfehlungen impfen oder boostern zu lassen.

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Audioseite Kultusminister Lorz verteidigt Schulstart im Klassenzimmer

Portrait Kultusminister Alexander Lorz von der CDU.
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Derzeit ist in Hessen etwas mehr als die Hälfte der Zwölf- bis 17-Jährigen vollständig geimpft. Mehr als 95 Prozent der Lehrkräfte sind laut Kultusministerium zweifach geimpft. Vor Weihnachten hätten die Schulämter zudem damit begonnen, Boosterimpfungen für schulisches Personal zu koordinieren, das bisher noch keinen Individualtermin wahrgenommen habe.

Sollten durch die ansteckendere Omikron-Variante sehr viele Lehrerinnen und Lehrer ausfallen, sei man darauf vorbereitet, so der Minister, der eingestand: "Es gibt aber keine Garantie, dass wir nicht lokal und temporär zu Einschränkungen im Schulbetrieb kommen werden. Das hängt davon, wie genau die Omikron-Welle vor sich geht."

Flächendeckene Schulschließungen sind mit dem neuen Infektionsschutzgesetz der Berliner Ampel-Koalition derzeit nicht mehr möglich. Gewünscht sind sie auf politischer Ebene ohnehin nicht.

Kritik von Opposition und Elternbeirat

Müsse der Präsenzunterricht ausfallen, seien die Schulen organisatorisch, pädagogisch und auch technisch auf alle alternativen Unterrichtsformen vorbereitet, betonte Kultusminister Lorz. Während im März 2020 nur 30 Prozent der Schulen ans Internet angeschlossen gewesen seien, könnten mittlerweile fast 80 Prozent Online-Unterricht ermöglichen.

Kritik kommt von der FDP-Fraktion im Landtag: "Wir haben nach wie vor gigantische technische Probleme in den Schulen. Davon zu sprechen, dass jetzt alle vorbereitet seien, finde ich dreist", sagte der bildungspolitische Sprecher Moritz Promny.

Volkmar Heitmann vom Landes-Elternbeirat kritisiert: "Die Vorbereitungen auf den Schulstart sind nicht so gelaufen, wie sie laufen hätten können. Es gibt weiterhin nicht genügend Luftreinigungsgeräte in den Schulen." Lorz erwiderte, Luftfilter hätten laut Experten allenfalls einen Zufallsnutzen, das Lüften könnten Sie nicht ersetzen würden.

Aktuelle Corona-Verordnung gilt bis KW 3

Bezüglich der Quarantäneregeln gilt in Hessen zum Schulstart die aktuelle Corona-Verordnung. Infizierte Personen müssen für 14 Tage in Quarantäne, Haushaltangehörige für zehn Tage. Infiziere, asymptomatische Geimpfte und Genesene können sich am fünften Tag freitesten. Infizierte Kinder können sich ab dem siebten Tag freitesten, bei geimpften Kindern ist dies nach fünf Tagen möglich. Im Falle einer Infektion muss grundsätzlich nur noch das infizierte Kind in Quarantäne. Für alle anderen gilt: 14 Tage tägliche Tests.

Bund und Länder hatten sich am Freitag auf eine Erleichterung der Quarantäne-Regelungen geeinigt. Die Quarantäne für Kontaktpersonen und die Isolierung Infizierter soll in Zukunft verkürzt und vereinfacht werden. Künftig werden etwa Kontaktpersonen von der Quarantäne ausgenommen, wenn sie eine Auffrischungsimpfung haben, frisch doppelt geimpft sind, geimpft und genesen sind oder frisch genesen. Für alle Übrigen sollen Isolation oder Quarantäne in der Regel nach zehn Tagen enden, wenn sie sich nicht vorher freitesten lassen.

Eine Umsetzung der neuen Regeln in Hessen ist für die dritte Kalenderwoche geplant, da zuerst Bundestag und Bundesrat die Änderungen beschließen müssen.

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