Chinesische Touristen in Frankfurt tragen Schutzmasken gegen das Coronavirus.

Die Bundesregierung plant, rund 100 Deutsche aus der vom Coronavirus besonders betroffenen chinesischen Stadt Wuhan zurückzuholen. Sie sollen in den nächsten Tagen am Flughafen Frankfurt landen.

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Nach dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus in China wollen offenbar etwa 100 Deutsche aus der besonders betroffenen Metropole Wuhan ausgeflogen werden. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin mit. Die Vorbereitungen für den Rückholflug seien "auf dem guten Wege". Nach Angaben des Auswärtigen Amtes soll es dazu in den nächsten Tagen einen Sonderflug der Deutschen Luftwaffe geben. Es müssten aber noch letzte Fragen geklärt werden, sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin.

Der Flieger aus Wuhan werde am Frankfurter Flughafen landen, bestätigte Anne Janz, Staatssekretärin im hessischen Sozialministerium, bei einer Pressekonferenz zum Coronavirus in Frankfurt. Die Passagiere würden anschließend "unter Quarantänebedingungen" betreut. Wie das konkret aussehen soll, würden derzeit Gesundheitsminister Spahn, die Bundesregierung und die hessische Landesregierung beraten.

Passagiere sollen zwei Wochen lang betreut werden

Da die Inkubationszeit des Coronavirus bis zu zwei Wochen betrage, sollen die rückkehrenden Deutschen 14 Tage lang medizinisch betreut werden, sagte Staatssekretärin Janz. Der Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt, René Gottschalk, sagte, man gehe bei allen Passagieren davon aus, dass sie in China Kontakt mit Infizierten gehabt haben könnten. Unter den Ausreisenden seien aber keine bereits erkrankten Personen.

Sollte der Virus an Bord eines Fliegers ausbrechen, würden Gesundheitsamt und Gesundheitsministerium sofort informiert, sagte Gottschalk weiter. Im Ernstfall könne ein Spezialtransporter des Gesundheitsamts die erkrankte Person direkt aus dem Flugzeug in die Frankfurter Uniklinik bringen, wo bereits eine spezielle Isolierstation eingerichtet wurde.

Spahn rät zu "wachsamer Gelassenheit"

Alle Menschen, die direkten Kontakt mit dem Betroffenen hatten, würden ebenfalls in der Frankfurter Uniklinik untersucht. Die restlichen Passagiere dürften weiterreisen und würden erst an ihrem Reiseziel medizinisch betreut.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Rückkehrer aus China sollen in Frankfurt landen

Mitglieder eines medizinischen Teams bereiten sich auf die Abreise nach Wuhan vor.
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In Frankfurt seien bisher neun Patienten auf das neuartige Virus untersucht worden. Der Verdacht habe sich aber in keinem Fall bestätigt. Gesundheitsamtschef Gottschalk sagte, er erwarte zwar einzelne Coronavirus-Fälle in Hessen - eine weitflächige Ausbreitung schloss er aber aus.

Trotz der mittlerweile bestätigten vier Krankheitsfälle in Deutschland riet Gesundheitsminister Spahn weiter zur "wachsamen Gelassenheit". Die Krankheitsverläufe der bekannten deutschen Fälle seien "sehr milde", die Behörden sehr gut vorbereitet. 

Keine generellen Fieberkontrollen am Frankfurter Flughafen

Eine Sprecherin der Flughafen-Betreibergesellschaft Fraport hatte am Dienstag mitgeteilt, man sei gewappnet für einen möglichen Krankheitsfall. Seit dem Wochenende würden Passagiere am Flughafen über den Virus und über Schutzvorkehrungen informiert. Generelle Fieberkontrollen bei Passagieren aus China gebe es weiterhin nicht. "Wir sind im engen Austausch mit den Gesundheitsämtern", teilte Fraport auch am Mittwoch auf hr-Anfrage mit.

Am Wochenende war ein Fluggast aus China mit Fiebersymptomen in Frankfurt gelandet. Ein Mediziner habe ihn noch an Bord untersucht und befragt, so Fraport. Dieser habe Entwarnung gegeben.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 29.01.2020, 16.45 Uhr