Klebestreifen auf dem Boden eines Klassenzimmers markieren die Abstandsregel

Kein Singen, kein Sportunterricht - aber keine Maskenpflicht: Das Kultusministerium hat seinen Hygiene-Plan zum Schulstart veröffentlicht. Unterricht in Corona-Zeiten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kultusministerium veröffentlicht Hygiene-Plan zum Schulstart

Mundschutz selber nähen -Patricia Siebert aus dem hr4-Team hat es ausprobiert
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Schulbeginn unter besonderen Voraussetzungen: Ab kommendem Montag werden in Hessen die ersten rund 160.000 Schüler wieder zur Schule gehen. Nach wochenlangem Homeschooling wegen der Corona-Pandemie beginnt für Schüler der Abschlussklassen wieder so etwas wie Schulunterricht. Aber der sieht ganz anders aus als gewohnt.

Nachdem von vielen Seiten die Forderung nach einem Hygiene-Plan für Schulen laut geworden waren, hat das Kultusministerium jetzt einen entsprechenden Leitfaden veröffentlicht. So sieht Unterricht in Corona-Zeiten aus:

Abstandhalten - kleine Klassen - keine Maskenpflicht

Wichtigste Regel sei wie in allen Bereichen das Einhalten eines Abstands von mindestens 1,50 Meter, betont das Ministerium in dem Leitfaden. Um das zu ermöglichen, sollen Tische im Klassenraum auseinandergerückt werden und so stehen, dass sich die Schüler nicht direkt gegenüber sitzen. Doch weil der Platz begrenzt ist, sollen die Klassengrößen beschränkt werden – auf maximal 15 Schüler.

Anders als im öffentlichen Nahverkehr oder in Geschäften gibt es keine Maskenpflicht im Unterricht. "Unter Beachtung dieser Regeln ist im Unterricht das Tragen von Masken daher nicht erforderlich, gleichwohl selbstverständlich zugelassen", schreibt das Kultusministerium

Partner- oder Gruppenarbeit sind nicht erlaubt. Im Musikunterricht darf zudem nicht gesungen werden, der Sportunterricht fällt erst einmal aus.

Auch in den Pausen wird sich wohl einiges ändern. Sie sollen wenn möglich gestaffelt werden. Somit soll vermieden werden, dass zu viele Schüler zeitgleich die Sanitärräume aufsuchen. Natürlich gelten auch während der Pause die Abstandsregeln – auf die die Lehrkräfte achten sollen. Für den kleinen Hunger zwischendurch sollten Schüler sich besser selbst vorsorgen. Denn: Der Schulkiosk bleibt zu, betont das Ministerium.

Abstandsmarkierungen - Seifenspender - Handtücher

Schulleitungen müssen darauf achten, dass nicht alle Schüler gleichzeitig über die Gänge zu den Klassenzimmern und in die Schulhöfe gelangen. Für räumliche Trennungen kann dies z. B. durch Abstandsmarkierungen auf dem Boden oder den Wänden erfolgen.

Gerade das Thema Toiletten hat viele Menschen umgetrieben. Hier stellt die Landesregierung klar: Es müssen ausreichend Seifenspender und Handtücher bereitgestellt werden. Es wird zudem so etwas wie Türsteher vor den Klos geben. "Damit sich nicht zu viele Schülerinnen und Schüler zeitgleich in den Sanitärräumen aufhalten, muss zumindest in den Pausen durch eine Lehrkraft eine Eingangskontrolle durchgeführt werden."

Schüler, die einer Risikogruppe angehören oder mit Menschen aus einer Risikogruppe zusammenleben, können nach Vorlage eines Attests der Schule fernbleiben. Lehrkräften, die älter als 60 Jahre sind, ist es freigestellt, ob sie unterrichten möchten oder nicht.

Leitfaden unter "anspruchsvollen Rahmenbedingungen"

Mit dem Hygiene-Plan gebe man den Schulen einen wichtigen Leitfaden, wie der Schulbetrieb unter den aktuellen "anspruchsvollen Rahmenbedingungen" funktionieren kann, teilte Kultusminister Alexander Lorz mit (CDU). Zuvor hatte die SPD sich darüber beklagt, dass viele Schulen nicht die notwendigen Voraussetzungen zur Wiedereröffnung, wie ausreichend Waschbecken, besäßen. Der Vorstandsvorsitzende des Landeselternbeirates, Korhan Ekinci, hatte die Landesregierung dazu aufgefordert, den Schulen Checklisten an die Hand zu geben.

Sendung: hr-iNFO, 22.04.2020, 21 Uhr