Rund 150 Menschen haben in Frankfurt demonstriert.
Rund 200 Menschen haben in Frankfurt demonstriert. Bild © Regina Müller-Schewe/hr

"Alternative Fakten" statt plausibler Argumente? Etwa 200 Menschen haben in Frankfurt für die Freiheit der Wissenschaft und eine wissensbasierte Gesellschaft demonstriert.

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hs

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"Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Fakten klaut", skandierten die rund 200 Demonstranten am Samstagnachmittag in Frankfurt. Die Teilnehmer des "March for Science" zogen von der Bockenheimer Warte bis zum Römerberg, um für eine freie und offene Wissenschaft und gegen Wissenschaftsfeindlichkeit einzutreten. Nicht nur in Frankfurt, sondern auch in Dutzenden anderen Städten weltweit beteiligten sich Menschen an der Aktion.

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March for Science

Der "March for Science" ist eine weltweite Bewegung. Zum ersten Mal fand die internationale Großdemonstration im April 2017 statt - der zentrale Protestzug war damals in Washington. Der Protest wurde auf den Termin des alljährlichen Earth Day (Tag der Erde) gelegt, der für mehr Wertschätzung von Umwelt und Natur steht. Die Demonstrationen richten sich gegen die Einschränkung von Wissenschaft, das Leugnen wissenschaftlich belegter Tatsachen und die Verbreitung "alternativer Fakten".

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Sorgen um die Freiheit der Wissenschaft müsse man in Deutschland zwar weniger haben als in vielen anderen Ländern der Welt, sagte Julia Krohmer von der Senckenberg Gesellschaft in Frankfurt, die zu den Organisatoren der Demonstration gehört. Viele Wissenschaftler hätten aber das Gefühl, "dass die wissenschaftlichen Ergebnisse und Fakten als Entscheidungsgrundlage in unserer Gesellschaft an Bedeutung verlieren".

Fakten statt Bauchgefühl

Zudem habe ein großer Teil der Bürger nur ein geringes Vertrauen in die Wissenschaft, weil sie glaubten, dass Wissenschaft nicht unabhängig sei und gesteuert werde. "Diesen Ansichten möchten wir entgegenwirken und deswegen gehen wir auf die Straße", sagte Krohmer.

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Julia Krohmer

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Demo-Organisatorin: "Wir werden weitermarschieren müssen"

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Möglicherweise wegen des kühlen und regnerischen Wetters liefen in diesem Jahr in Frankfurt nur relativ wenige Menschen beim "March for Science" mit. Im vergangenen Jahr waren es noch 800, im Jahr davor sogar 3.000 Teilnehmer.

Krohmer hofft dennoch, dass die Aktion die Gesellschaft aufrüttelt: "Wir möchten, dass die Wissenschaft Grundlage unserer Entscheidungsprozesse ist und nicht ein Bauchgefühl oder Meinungen."

Sendung: hr-iNFO, 04.05.2019, 08:40 Uhr