Ostermarschierer mit Flagge Friedenstaub
Ostermarsch-Teilnehmer auf dem Frankfurter Römerberg Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Es ist Tradition seit den 60er Jahren: An Ostern gehen Menschen auf die Straße und drücken ihren Wunsch nach Frieden aus. Bei der Abschlusskundgebung in Frankfurt waren in diesem Jahr auch viele Jüngere dabei.

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Bei den traditionellen Ostermärschen haben am Montag hessenweit tausende Menschen für den Frieden demonstriert. In Frankfurt kamen nach Polizeiangaben rund 1.500 Teilnehmer zu Marsch und abschließender Kundgebung auf dem Römerberg unter dem Motto "Nein zum Krieg - abrüsten statt aufrüsten."

Friedlich wie Name sagt

Dabei seien die Friedensaktivisten ihrem Namen gerecht geworden, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Polizei. Friedlich und ohne besondere Vorkomnisse blieben den Beamten zufolge auch die Demonstrationen in anderen Städten. In Kassel demonstrierten demnach 650 Menschen, in Limburg 400, in Marburg waren es laut Polizei etwa 160.

Protestaktionen fanden außerdem in Fulda, Gießen und Offenbach statt. Nach Angaben der Veranstalter war die Teilnehmerzahl an fast allen Orten höher als in den Vorjahren. Die Teilnahme vieler Schülerinnen und Schüler habe außerdem zu einer Verjüngung geführt.

Die Wurzeln der Ostermarschbewegung reichen zurück bis in die 1960er Jahre. Insbesondere das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges hatte in den Folgejahren immer mehr Menschen auf die Straßen getrieben, um gegen Krieg und für Frieden zu demonstrieren. Höhepunkte gab es 1968 und 1983 mit Hunderttausenden Demonstranten deutschlandweit.

Neuer Aufschwung durch Klima-Aktivisten?

Nach dem Ende des Kalten Krieges verloren die Ostermärsche deutlich an Zulauf. Die zentrale Informationsstelle der Friedensbewegung sieht ihrem Sprecher Willi van Ooyen zufolge aber wieder eine wachsende Bereitschaft, sich an öffentlichen Protesten zu beteiligen.

Dabei steht nicht nur der Wunsch nach Frieden, sondern auch nach einer sozial gerechteren Gesellschaft und einer intakten Umwelt im Fokus. So hätten sich an den diesjährigen Aktionen mehr Gewerkschafter, aber auch auch mehr Jugendliche aus dem Umfeld der Klimastreik-Bewegung "Fridays for Future" beteiligt.