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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Moped-Führerschein schon ab 15 Jahren möglich

Eine junge Frau fährt mit ihrem Moped

Ab Freitag dürfen Jugendliche in Hessen schon mit 15 statt wie bisher mit 16 Jahren Moped fahren. Die Testphase gilt zunächst für drei Jahre, dann soll neu entschieden werden. Ausschlaggebend könnten dabei die Unfallzahlen sein.

In Hessen können Jugendliche künftig bereits im Alter von 15 statt 16 Jahren mit Führerschein Moped fahren. Eine entsprechende Verordnung tritt an diesem Freitag in Kraft, wie das Hessische Verkehrsministerium in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte.

Seit vergangenem Dezember können die Bundesländer über eine solche Alterssenkung selbst entscheiden. In Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen oder Thüringen wurde das Führerschein-Alter seitdem schon gesenkt. Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen verzichteten hingegen auf diese Möglichkeit.

Al-Wazir: "Von Eltern unabhängige Mobilität sehr wichtig"

Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sagte: "Für junge Menschen ist von den Eltern unabhängige Mobilität sehr wichtig." Dies sei vor allem für Jugendliche auf dem Land interessant, etwa wenn es darum geht, zur Schule oder zum Ausbildungsbetrieb zu kommen.

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Führerschein mit 15

Das hessische Kabinett hatte den Führerschein mit 15 bereits Ende Juni beschlossen. Am Freitag tritt die Verordnung in Kraft. Der Bund hatte die Länder per Gesetz im Dezember 2019 dazu ermächtigt.

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Der Minister sorgt sich nach eigenen Angaben aber auch, dass die Unfallzahlen steigen könnten. Denn motorisierte Zweiräder verunglückten besonders häufig im Straßenverkehr. Deswegen wolle Hessen die Änderung und deren Auswirkungen drei Jahre lang beobachten. Dann soll entschieden werden, ob Mopedfahren ab 15 dauerhaft erlaubt wird. Die FDP im Landtag hätte dagegen eine unbefristete Umsetzung favorisiert, wie sie mitteilte.

ADAC kritisiert unterschiedliche Regelungen der Bundesländer

Der ADAC Hessen-Thüringen begrüßt den Schritt. Die Mobilität junger Menschen werde gefördert, befand der Verkehrsclub. Bisherige Untersuchungen hätten auch gezeigt, dass die Alterssenkung beim Mopedführerschein nicht zu überproportional vielen Unfällen führe. Der Zugewinn an Mobilität sei höher zu gewichten.

Ein großer Nachteil sei aber laut eines ADAC-Sprechers: "Es wäre jedoch eine bundeseinheitliche Regelung wünschenswert gewesen, da einige Jugendliche an Landesgrenzen aufgrund der unterschiedlichen Gesetzeslage ihren Roller stehen lassen müssen."

"Man kann schneller in die Stadt und wieder raus"

Diese frühere Unabhängigkeit hält der 15 Jahre alte Benno Wend aus Frankfurt für eine gute Idee: "Das ist eigentlich cool, weil man sich dann schon früher weiter bewegen kann", sagte er dem hr. Auch längere Distanzen könnten damit schon im jüngeren Alter schneller zurückgelegt werden. Heißt konkret: "Man kann schneller in die Stadt kommen und schneller wieder raus."

So manche Eltern erfüllt die neue Regelung mit Sorge. Die zweifache Mutter Chihan Ludwig aus Frankfurt findet Mopedfahren mit 15 zu gefährlich, "weil gerade der Frankfurter Stadtverkehr recht aggressiv ist". Radfahren hingegen ist ihrer Meinung nach in der Stadt sinnvoller: "Die Wegstrecken, die meine Kinder zurücklegen müssen, sind unter fünf Kilometer – da geht immer das Fahrrad."

Sendung: hr1, 9.7.2020, 17 Uhr