Der neue Bischof Michael Gerber beim Antrittsbesuch im Bistum Fulda
Der neue Bischof Michael Gerber beim Antrittsbesuch im Bistum Fulda Bild © picture-alliance/dpa

Er wird Deutschlands jüngster Bischof: Am Donnerstag kam Michael Gerber zu seinem Antrittsbesuch nach Fulda - und setzte gleich eigene Akzente.

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Vor einer Woche erst ernannt, stattete der von Papst Franziskus neu ernannte Bischof Michael Gerber seinem Bistum in Fulda am Donnerstag einen Antrittsbesuch ab. Nach einem Gebet am Grab des Heiligen Bonifatius und einer Ansprache kam er im Mittelgang des Doms irgendwann nicht mehr weiter.

Umringt von Besuchern musste Gerber erst einmal viele Hände schütteln. Der neue Bischof gab es sich nahbar und kommunikativ. Ab und zu hörte man auch ein "des isch toll" und ein "subber" des aus dem Schwarzwald stammenden Mannes. "Wenn man sich selber einlässt auf die Menschen, selbst offen ist, dann kommt einem etwas entgegen", sagte er später.

Auch diejenigen, die etwas weiter weg standen, konnten den neuen Bischof in der Menschentraube gleich erkennen. Gerber überragt viele seiner Mitmenschen, er ist 1,92 Meter groß. "Damit kommt man noch glücklicherweise durch jede Norm-Tür", erwiderte er scherzend auf die Frage nach seiner Körpergröße.

Amtseinführung Ende März

Am 31. März folgt für Gerber wohl das nächste Bad in der Menge. Dann wird er ab 15 Uhr im Dom feierlich in sein Amt eingeführt. Diesen Termin gab das Bistum am Donnerstag bekannt.

Am 13. Dezember war Gerber zum neuen Bischof ernannt worden. Er tritt die Nachfolge von Heinz Josef Algermissen an. Der 75-Jährige war nach 17 Jahren an der Bistumsspitze in den Ruhestand gegangen. Algermissen wohnte der Begrüßungszeremonie am Donnerstag im Dom bei und wirkte emotional bewegt.

Bis Gerber sein Amt antritt, leitet Weihbischof Karlheinz Diez vorübergehend als Diözesanadministrator das Bistum mit seinen rund 393.000 Mitgliedern. Diez versicherte Gerber: "Wir freuen uns außerordentlich und sind an deiner Seite."

"Kirche muss ihren Weg finden"

Inhaltlich mochte Gerber zu seinem Programm und seinen Zielen noch nicht viel sagen. Er wolle erst einmal ankommen und zuhören. Eine konkrete Erwartungshaltung an ihn als jüngsten Bischof verspüre er nicht. Aber dass ihm junge Menschen und die Zukunft der Kirche sehr wichtig sind, das machte Gerber in vielen Sätzen deutlich.

Er sei überzeugt, dass auch junge Menschen in unserer Zeit "einen Draht finden zu Gott". Für die Kirche sei es eine Herausforderung, in einer "pluralen, multioptionalen Gesellschaft" einen Weg zu finden. Es sei wichtig, mit der Kirche einen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft zu leisten.

"Kontakt mit jungen Menschen sehr belebend"

Dass ihm junge Menschen so wichtig sind, das liegt wohl auch an Gerbers Werdegang. Seit 1980 machte er in der Kirche Jugendarbeit in verschiedenen Positionen. Auch als Hochschulseelsorger und Kontaktbischof für katholische Pfadfinder-Verbände war Gerber tätig.

Seit 2001 war der im Erzbistum Freiburg aufgewachsene Gerber dort für die Priesterausbildung verantwortlich. "Ich spüre die Sehnsucht, in Kontakt mit jungen Menschen zu sein." Das Gespräch mit ihnen empfinde er als belebend, sagte er in Fulda.