Jung, verliebt und todkrank: Die 29-jährige Jasmin aus Weiterstadt hat Blutkrebs. Nur eine Stammzelltransplantation kann ihr Leben retten. Immer an ihrer Seite: Freund Mirko. Ein Stammzellenspender muss hingegen erst noch gefunden werden.

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zum hr-fernsehen.de Video Jasmin hat Blutkrebs: Wie Mirko für die Liebe seines Lebens kämpft

maintower vom 21.04.2021
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Kleine rote Punkte auf den Füßen, ein blauer Fleck an der Hüfte: Diese Anzeichen entdecken Mirko Haselwanger und Jasmin Seibold Anfang März auf Jasmins Körper. Das Paar ahnt da noch nicht, was auf Jasmin zukommt. "Wenige Tage danach sind die blauen Flecken überall hingewandert, auf den Oberschenkel, die Knie", erinnert sich Mirko. Jasmin habe kein Hungergefühl mehr gehabt und sich schlapp gefühlt. "Da wusste ich, dass irgendwas nicht stimmt."

Am nächsten Tag gehen die beiden zum Arzt, lassen ein Blutbild machen. Noch am selben Abend werden sie in die Praxis gerufen und bekommen die Diagnose, die das Leben des jungen Paares komplett aus der Bahn wirft: Die 29-Jährige hat Blutkrebs. "Es war ein Schock für uns. Es war, als hätte uns jemand den Boden unter den Füßen weggerissen." Am selben Tag noch wird Jasmin in die Uni-Klinik Frankfurt eingewiesen.

Die Überlebenschancen stehen schlecht

Seit fünf Jahren sind Mirko und Jasmin ein Paar. Sie reisen gerne zusammen, teilen die Leidenschaft für Achterbahnfahrten in Freizeitparks. Jetzt liegt Jasmin im Krankenhaus, bekommt Chemotherapie und Bestrahlungen und darf wegen der strengen Hygieneregelungen keinen Besuch empfangen. Es ist die schwerste Zeit ihres Lebens, wie sie sagen. Mirko und Jasmin versuchen sich gegenseitig Kraft zu geben, stehen von morgens bis abends in Kontakt.

Jasmins Überlebenschancen stehen schlecht, ohne eine Stammzellenspende hat sie kaum eine Chance. Um diesen einen potenziellen Spender zu finden, will Mirko nichts unversucht lassen. "Ich kämpfe für meine große Liebe und ich werde alles tun, was ich kann, um ihr zu helfen."

Eine ganz Stadt hilft mit

Mirko wendet sich nicht nur an der hr und andere Medien, um mehr Menschen dafür zu gewinnen, sich bei der DKMS zu registrieren. Die DKMS hat sich als internationale gemeinnützige Organisation dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben und hilft bei der Suche nach einem möglicherweise lebensrettenden Spender.

Mirko sucht auch Hilfe bei dem Bürgermeister von Weiterstadt. "Ich habe sofort ja gesagt und einen großen Aufruf in der Stadt gestartet. Es wäre schön, wenn wir damit Jasmin oder überhaupt jemandem, der an Leukämie erkrankt ist, helfen könnten", sagt Bürgermeister Ralf Möller.

Eine große Typisierungsaktion bei der DKMS ist wegen der Corona-Pandemie momentan nicht möglich. Sich registrieren zu lassen, ist aber trotzdem ganz einfach, indem sich potenzielle Spender über die DKMS Homepage ein Test-Set nach Hause schicken lassen, einen Abstrich machen und diesen wieder zurückschicken.

547.000 Registrierte Spender in Hessen

Über zehn Millionen Menschen sind bei der DKMS als potenzielle Spender registriert, davon 547.000 in Hessen. Seit der DKMS Gründung 1991 konnten von den rund 547.000 Menschen bereits 6.196 ihr Knochenmark spenden. Das heißt: Es gab bereits fast 6.200 Mal die Chance auf Überleben für Menschen mit Blutkrebs und anderen Erkrankungen weltweit.

Rund 76 Prozent der Spenden gehen an Betroffene im Ausland. Die Erfolgsquote durch einen potenziellen Stammzellenspender auf Heilungschancen für die Betroffenen liegt bei Erwachsenen bei 50 Prozent, bei Kindern sogar bei bis zu 80 Prozent.

Die Hoffnung nicht aufgeben

Im Mai darf Jasmin das erste Mal zumindest für kurze Zeit nach Hause, um Kraft zu schöpfen, bevor sie die nächste Chemotherapie bekommt. Mirko Haselwanger glaubt fest daran, dass Jasmin den Kampf gegen den Krebs gewinnen wird. "Wir werden nicht aufgeben. Unsere Liebe ist so stark, dass wir auch das gemeinsam schaffen werden". Und das hoffentlich bald mit dem passenden Spender, denn der könnte jeder sein, der sich bei der DKMS registrieren lässt.

Sendung: hr-fernsehen, maintower, 21.4.2021, 18 Uhr