Foto, wie ein Hausarzt einem Patienten eine Impfdosis in seiner Praxis verabreicht.

In Hessen haben die ersten Hausärzte mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Doch so richtig Fahrt aufnehmen wird damit die Impfkampagne kaum: Jede Praxis erhält zunächst nur wenige Dosen.

Videobeitrag

Video

zum Video Impfstart bei Hausärzten

hessenschau von 16:45 Uhr vom 06.04.2021
Ende des Videobeitrags

Zwei Monate nach der Öffnung aller Impfzentren geht die Impfkampagne in Hessen in die nächste Runde: Nun dürfen Hausärztinnen und -ärzte ihre Patienten vor Ort impfen. Bei Silvia Steinebach, Ärztin und Geschäftsführerin des Landarzt MVZ Fulda, sorgt das für Freude. "Impfen ist eine originär hausärztliche Tätigkeit und wir brennen dafür und sind froh, dass wir endlich mitmachen dürfen." Der Schritt, niedergelassene Ärzte ins Impfen einzubinden, ist für Steinebach "absolut überfällig".

Gemeinsam mit ihren Kollegen behandelt sie rund 4.000 Patientinnen und Patienten pro Quartal. Doch davon werden zunächst nur sehr wenige einen Impftermin bekommen. Denn ebenso wie in den Impfzentren läuft auch der Start in den Praxen schleppend. Der Grund ist der gleiche: Noch immer herrscht Impfstoff-Knappheit. Deswegen darf jede Praxis pro Woche erst einmal nur 50 Impfdosen beim Apothekengroßhandel bestellen.

Wie viel davon tatsächlich ausgeliefert werden kann, wird laut dem Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), Karl Matthias Roth, "eine Überraschung". "Von 20 Dosen war mal die Rede pro Praxis, die am Ende tatsächlich ankommen könnten."

Offizieller Start am Mittwoch

Dennoch ist das Interesse der Hausärzte, beim Impfen mitzuwirken, laut Roth groß. Wie viele sich insgesamt beteiligen, zählt die KV aber nicht. Der offizielle Impfstart war eigentlich für Mittwoch geplant, in einzelnen Praxen werden die ersten Patientinnen und Patienten aber schon am Dienstag geimpft.

Warum einige Ärzte schon früher starten als vorgesehen, kann die KV auf Nachfrage nicht genau erklären. Ein Grund könne eine "sprachliche Unschärfe" sein, vermutet man dort: Im Vorfeld sei oft nur die Rede von einem Impfstart "nach Ostern" gewesen. Aus Sicht der KV spricht aber nichts dagegen, am Dienstag zu beginnen, wenn schon Impfstoff vorhanden sei.

Einige Hausärzte hatten gar nicht erst auf den Startschuss der Landesregierung gewartet, sondern noch viel früher erste Patienten geimpft. So hatte der Wetteraukreis auf eigene Faust schon im März mehrere Tausend Impfstoffdosen an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte ausgeliefert - noch vor dem Beginn eines offiziellen Pilotprojekts des Landes. So sollten laut Amtsarzt Reinhold Merbs vor allem ältere Menschen, für die der Weg ins Impfzentrum des Kreises in Büdingen zu weit war, die schützende Spritze erhalten.

Mehr Impfstoff ab Ende April

Begrenzender Faktor blieb auch im Wetteraukreis die verfügbare Menge an Impfstoff. Ab dem 26. April soll sich die Situation dank größerer Lieferungen in ganz Hessen bessern: Jeder Praxis sollen dann pro Woche rund 60 Dosen zur Verfügung stehen. Das zumindest hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) vor rund drei Wochen angekündigt.

Darauf hofft auch Ärztin Silvia Steinebach. Sie startete am Dienstag mit den ersten Impfungen. Wer die wenigen verfügbaren Dosen im Landarzt MVZ Fulda erhält, darf sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen festlegen. Zwar gilt dabei generell die offizielle Prioritäten-Reihenfolge, doch davon dürfen sie auch abweichen.

Da die Hausärzte und Hausärztinnen ihre Patienten kennen, könnten sie auch unter Berücksichtigung der Impfverordnung flexibel entscheiden, wer zuerst an die Reihe komme, hatte Bouffier im März erklärt. Als Beispiel nannte er ältere, vorerkrankte oder nicht mehr mobile Menschen und deren jüngere Betreuungspersonen. "Dann können die zeitgleich mitgeimpft werden", so Bouffier.

Terminvereinbarung über Praxis

Wer sich bei seinem Arzt oder seiner Ärztin impfen lassen möchte, muss sich dafür direkt an die Praxis wenden. Ob per Telefon oder Online - wie die Termine vergeben werden, können die Praxen selbst regeln. Die Fuldaer Ärztin Steinebach hat dafür zwei E-Mail-Adressen einrichten lassen - damit die Telefonleitungen nicht ständig belegt sind und Patienten mit anderen Anliegen die Praxis auch noch erreichen können.

Externer Inhalt

Externen Inhalt von Datawrapper (Datengrafik) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von Datawrapper (Datengrafik). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 06.04.2021, 19,30 Uhr