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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Dritte Welle belastet Kliniken

Ein Schild mit einem Richtungspfeil und der Aufschrift "Covid-19" Bereich klebt in einem Klinikflur an der Wand.

Die dritte Corona-Welle macht sich besonders auf den Intensivstationen bemerkbar. Gesundheitsminister Klose warnt vor einer Überlastung der Krankenhäuser. Auch verschobene Operationen könnten noch zum Problem werden.

Angesichts der dritten Corona-Welle hat Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) vor einer Überlastung der Krankenhäuser gewarnt. "Wie in anderen Bundesländern auch sind die Grenzen der Belastbarkeit des Systems erreicht", sagte Klose am Montag auf einer Pressekonferenz in Wiesbaden.

So könne zum Beispiel das Krankenhaus in Bad Soden (Main-Taunus) aktuell keine weiteren Intensivpatientinnen und -patienten aufnehmen, auch in Frankfurt-Höchst habe es zwischenzeitlich einen Aufnahmestopp gegeben, berichtete Klose. Aktuell gebe es 75 freie Covid-19-Betten in Hessen. 490 Menschen mit einer Corona-Infektion würden auf der Intensivstation behandelt (Stand 18. April).

Darmstadt und Frankfurt-Offenbach sehr ausgelastet

Die Versorgungsgebiete Darmstadt und Frankfurt-Offenbach seien bei den Intensivbetten besonders ausgelastet, bestätigte Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Frankfurt und Leiter des Planstabs stationär des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. "Seit sechs Monaten hat sich dieses Gesundheitswesen nicht erholen, nicht beruhigen können", sagte er.

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Einer Prognose zufolge werde die Zahl der Covid-19-Patienten auf hessischen Intensivstationen bis zum Ende der Woche auf knapp 580 steigen - das seien etwa zehn Prozent mehr als zum Höhepunkt der zweiten Welle Anfang des Jahres, so Klose. Aktuell gebe es mehr Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen als um Weihnachten und Neujahr herum.

Weniger Patienten aus Alten- und Pflegeheimen

"Es entsteht der Eindruck, dass die Patientinnen und Patienten jünger sind", sagte Mediziner Graf. Das sei allerdings bislang noch nicht statistisch belegbar. Häufig führe die genetische Veranlagung, wie ein schwaches Immunsystem, zu einem schwereren Verlauf der Krankheit.

Die Betroffenen wüssten meist selbst nichts von den Erkrankungen. Auffällig sei aber, dass durch die Impfungen viel weniger Bewohnerinnen und Bewohner aus Alten- und Pflegeheimen behandelt werden müssten.

Planbare Operationen verschieben

Um eine gute Versorgung in den Krankenhäusern gewährleisten zu können, wurde dazu aufgerufen, planbare und nicht notwendige Operationen zu verschieben. Dass diese Operationenen verschiebbar seien, bedeute aber nicht, dass sie verzichtbar seien, erklärte Klose.

Laut Graf mussten auch schon dringliche Herzoperationen in Hessen aufgrund eines Bettenmangels verschoben werden. Graf ergänzte auf der gemeinsamen Pressekonferenz, dass der Zeitraum, in dem die Eingriffe verschoben werden könnten, limitiert sei. Einige Operationen schiebe man bereits seit Monaten vor sich her. Das könne sich, je nach Erkrankung, nicht nur auf die Lebensqualität auswirken, sondern auch auf die Lebenszeit.

Sendung: hr1, 19.04.2021, 12 Uhr