Gisselberg Marburg

Die Stadt Marburg hat einen längeren Abschnitt der Lahn für bedrohte Tierarten renaturiert. Doch nicht nur sie haben die "Gisselberger Spannweite" inzwischen für sich entdeckt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ein kleines Paradies für bedrohte Arten

Gisselberg Renaturierung
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Zurück zur Natur - mit dem Bagger: Rund acht Monate lang hat die Stadt Marburg mit schwerem Gerät an einem eineinhalb Kilometer langen Abschnitt des Lahnufers arbeiten lassen. Mehr als 100.000 Kubikmeter Erde wurde bewegt, Kiesbänke aufgeschüttet, Totholz herangeschafft. Jetzt ist die Renaturierung der sogenannten "Gisselberger Spannweite" so gut wie abgeschlossen.

Das Flussbett zwischen den Stadtteilen Gisselberg, Ronhausen und Cappel ist nach Mitteilung der Stadt jetzt drei mal so breit und deutlich flacher als vorher. 1,8 Millionen Euro hat die Baumaßnahme gekostet. Der Abschnitt soll Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten bieten, vor allem solchen, denen der Klimawandel zusetzt. Dazu zählen Amphibien wie die Kreuzkröte, Watvogelarten wie Bekassine, Kiebitz oder Flussregenpfeifer, aber auch seltene Fledermausarten.

"Beitrag zum Klimaschutz"

"Wir freuen uns, dass die Arbeiten so schnell vorangegangen sind", sagte Bürgermeister und Umweltdezernent Wieland Stötzel (CDU). Der Abschnitt solle einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und für die Artenvielfalt der Region leisten.

Weil sich an dem idyllischen Lahnabschnitt jetzt auch viele Spaziergänger wohl fühlen, richtet die Stadt einen Appell an ihre Bürger: Sie bittet darum, Abstand zu halten. Hunde müssten angeleint werden. "Bitte zeigen Sie Verständnis für die wenigen verbliebenen Lebensräume, die für viele unserer typischen und auch häufig gefährdeten einheimischen Arten zur Verfügung stehen", schreibt die Untere Naturschutzbehörde der Stadt.

Sendung: hr4, 23.4.2020, 8.30 Uhr