Friede Springer steht vor einem Banner mit der Aufschrift "Freiheitspreis".

Die Verlegerin Friede Springer ist für ihren Einsatz für Pressefreiheit und die deutsch-jüdische Aussöhnung ausgezeichnet worden. Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung überreichte ihr den Preis in der Frankfurter Paulskirche.

Für ihren lebenslangen Einsatz für die Pressefreiheit ist die Großaktionärin des Axel Springer-Konzerns, Friede Springer, mit dem Freiheitspreis der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung ausgezeichnet worden. Die 78-Jährige nahm die Ehrung am Samstag in der Frankfurter Paulskirche entgegen.

Der Vorstandsvorsitzende des Springer-Konzerns, Mathias Döpfner, sagte in seiner Laudatio, Springer habe ihr Leben dem Kampf gegen den Antisemitismus gewidmet. Antrieb für ihr Engagement sei der Holocaust gewesen - der denkbar schrecklichste Gegenpol zur Zivilisation.

"Wir brauchen mehr offenen Streit der Meinungen"

Nach dem Tod ihres Mannes Axel Springer habe die Verlegerin den Medienkonzern mit "mutigen Visionen und leidenschaftlicher Zuversicht" durch einen stürmischen Wandel geführt, begründete der Vorstandsvorsitzende der Naumann-Stiftung, Karl-Heinz Paqué, die Auszeichnung. Er betonte auch, es sei ein Glück, dass in den Medien des Konzerns eine Vielfalt von Meinungen zu Wort komme. Zu Springer gehören unter anderem die Zeitungen "Bild" und "Welt".

"Wir brauchen mehr offenen Streit der Meinungen und nicht weniger", sagte Paqué. Mit ihrer gemeinnützigen Stiftung engagiere sich Friede Springer zudem intensiv in der Förderung von Bildung, Wissenschaft, Kultur und Forschung sowie für die deutsch-jüdische Aussöhnung und den Staat Israel.

Mit dem Freiheitsgedanken aufgewachsen

Springer sagte in ihrer Dankesrede, dadurch, dass sie auf der Insel Föhr aufgewachsen sei, sei ihr der Wunsch und der Wille nach Freiheit ganz nah und immer präsent. "Ich habe den Freiheitsgedanken stets gelebt, genossen und durchgesetzt - und wenn möglich, mache ich das auch so weiterhin." Auch im Springer-Verlag gelte Freiheit als ein wichtiger Wert.

Mit dem seit 2006 alle zwei Jahre verliehenen nicht dotierten Freiheitspreis werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die entscheidende Impulse für die Entwicklung einer liberalen Bürgergesellschaft geben und zur Festigung freiheitlicher Werte und Ziele in Deutschland und in Europa beitragen.

Unter den Preisträgern waren der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Alt-Bundespräsident Joachim Gauck. Der Preis wurde zum achten Mal in der Paulskirche verliehen - wo mit der Frankfurter Nationalversammlung von 1848 bis 1849 die erste Volksvertretung für ganz Deutschland tagte.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 10.10.2020, 19:30 Uhr