Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eltern demonstrieren für Belange von Kleinkindern

Eltern haben am Mittwoch in Frankfurt für mehr Rücksicht auf die Belange von Kleinkindern in der Corona-Krise demonstriert.

Um auf die Bedürfnisse von Kleinkindern in der Corona-Krise aufmerksam zu machen, haben Eltern in Frankfurt demonstriert. Die Teilnehmer mussten sich an strenge Sicherheitsauflagen halten - und durften sich nicht bewegen.

Rund 20 Eltern und Kinder haben am Frankfurter Römer trotz der derzeitigen Auflagen für die Belange von Kleinkindern in der Corona-Krise demonstriert. Die Mütter und Väter waren teilweise mit Kindern da und zeigten Plakate wie "Mein Kind hat ein Recht auf Freunde" und "Kleine Kinder = kleine Rechte?".

Damit die Demonstration stattfinden konnte, hatten die Eltern zahlreiche Auflagen zu erfüllen. An der Veranstaltung durften wegen des Infektionsschutzes maximal 50 Menschen teilnehmen. Diese mussten einen Mundschutz tragen, auf festen Positionen stehen und sich nicht bewegen, um den Mindestabstand einzuhalten.

"Kinder unter sechs Jahren sind völlig isoliert"

"Kaum eine andere Personengruppe ist so stark eingeschränkt wie die Kinder unter sechs Jahren. Sie sind nun in der siebten Woche bis auf den Kontakt zu ihrer Kernfamilie völlig isoliert", sagte Initiatorin Leonie Rhein, selbst Mutter von zwei Kleinkindern. Viele betroffene Eltern berichten, so die Medizinerin, "dass ihre Kinder unausgeglichen, leichter gereizt, tief traurig oder sogar aggressiv sind".

Rhein und die anderen Teilnehmer forderten bei der Demo, "den Nöten der kleinsten Kinder Beachtung zu schenken und ihnen bei öffentlichen, medialen und politischen Diskussionen auch Raum einzuräumen". Eine weitere Forderung: "Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen, speziell für Kinder zwischen null und sechs Jahren, anzupassen." Rhein: "Wir verlangen einen schrittweisen Zugang zu Betreuungs- und Bildungsangeboten für alle Kinder."

Weitere Demo am Samstag in Frankfurt

Zuvor hatte es bereits Kundgebungen in Wiesbaden und Düsseldorf gegeben, für diesen Samstag ist eine weitere in Frankfurt geplant. Dass Demonstrationen weiterhin stattfinden können, hatte das Bundesverfassungsgericht klar gestellt.

Mitte April verwarfen die Karlsruher Richter im Eilverfahren ein Verbot der Stadt Gießen, die zuvor unter Bezugnahme auf die Corona-Verordnungen des Landes zwei Demonstrationen untersagt hatte.

Anm.d.Red.: In einer früheren Version hatten wir irrtümlicherweise berichtet, dass die Initiative #Elterninderkrise zur Demonstration aufgerufen hatte. Diese Initiative veranstaltet erst am kommenden Samstag ihre Demo. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Sendung: hr3, 29.04.2020, 16.00 Uhr