Gedenken an den vom NSU ermordeten Halit Yozgat
Die Eltern von Halit Yozgat gedenken gemeinsam mit Kassels OB Geselle (SPD) und dem türkischen Generalkonsul aus Frankfurt, Kararti ihres ermordeten Sohnes. Bild © picture-alliance/dpa

Rund 100 Menschen haben in Kassel an das NSU-Opfer Halit Yozgat erinnert. Nach Misstönen zwischen den Organisatoren ist aus der einst einheitlichen Gedenkfeier ein Gedenkwochenende geworden.

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hs

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Aus der in der Vergangenheit einheitlichen Gedenkfeier zum Todestag am 6.April von Halit Yozgat ist ein Gedenkwochenende geworden. Am Freitag machte die Famile des 2006 mutmaßlich von der rechten Terrorgruppe NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) Getöteten den Auftakt. Seine Eltern traten dabei gemeinsam mit dem türkischen Generalkonsul Burak Kararti sowie Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) auf - trotz Differenzen über die Form des Gedenkens.

"Das Gedenken an Halit Yozgat und allen anderen NSU-Opfern steht über allen politischen Meinungen", sagte Kararti auf dem nach Yozgat benannten Halitplatz. Er erinnerte daran, dass die Stadt Kassel im vergangenen Jahr das Gedenken wegen Sicherheitsbedenken abgesagt hatte. Man hatte antitürkische Proteste befürchtet - auch wegen der Anwesenheit des Konsuls als Vertreter der Erdogan-Regierung. "Ausdrücklich möchte ich betonen, das niemand das Recht hat, die Teilnahme des Generalskonsuls an dieser Veranstaltung zu hinterfragen", erklärte Kararti am Freitag.

Demo und Kranzniederlegung

Das Gedenken an Halil Yozgat hatte in der Vergangenheit unterschiedliche Parteien zusammengeführt: Neben der Familie des türkischstämmigen Opfers und von der Familie eingeladenen Vertretern der türkischen Regierungen waren das auch die linksorientierte Initiative "6. April", die sich für die Aufklärung der NSU-Morde einsetzt, und die Stadt Kassel vertreten. Doch nach der letztjährigen Absage durch die Stadt war mit der Einheit Schluss.

Nun gehen die Organisatoren eigene Wege. So wird aus dem Gedenktag ein Gedenkwochenende. Am Samstag soll es eine Demo der Kasseler Linken geben, mit dabei ist auch die Initiative "6. April", die auf eine zunächst geplante eigene Kundgebung verzichtet. Am Sonntag wird es eine Kranzniederlegung der Stadt geben. Im Anschluss findet die Auftaktveranstaltung zur Vergabe eines Preises statt, mit dem Kassel künftig an Halit Yozgat erinnern will.