Eine Lehrerin spricht mit einer Schülerin im Unterricht an einer Grundschule (dpa)

Aufgrund der steigenden Inzidenz wird der für nächste Woche geplante Einstieg in den Wechselunterricht für ältere Schüler verschoben. Ob der Lockdown wieder verschärft wird, wird erst nach der Bund-Länder-Runde am Montag entschieden.

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Die Entscheidung zu den Schulen verkündete Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstagnachmitag im Landtag in Wiesbaden. Wechselunterricht und Präsenztage ab Jahrgangsstufe 7 waren ab 22. März vorgesehen. Die Landesregierung hatte damit den Schülern der weiterführenden Klassen ermöglichen wollen, noch einmal vor Ostern in den Schulen unterrichtet zu werden.

Dies sei von Anfang an an die Bedingung geknüpft gewesen, dass "das pandemische Geschehen dies erlaubt", erklärte Bouffier in einer Pressekonferenz im Anschluss an die Kabinettssitzung. Dies sei derzeit nicht mehr der Fall. "Die dritte Welle ist da", betonte Bouffier. Nun komme es darauf an, diese "so flach wie möglich zu halten". Unter den derzeitigen Umständen seien weitere Lockerungsschritte nicht zu verantworten.

In den vergangenen Tagen nahmen mehr und mehr Kreise von sich aus Abstand von der Idee, ältere Schüler noch vor Ostern tageweise in die Schulen zurückzuholen.

Lorz: "Hatte sehr auf Perspektive gehofft"

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) betonte in der hessenschau die Notwendigkeit der Absage. "Ich hatte sehr gehofft, unseren Schülerinnen und Schülern, die seit Monaten im Distanzunterricht sind, eine Perspektive bieten zu können." Dies sei auch im Sinne von Schulen, Eltern- und Lehrerverbänden gewesen. "Wir haben aber diese Schranke eingebaut. Und wenn diese nach wie vor nicht berechenbare Pandemie die Werte auf dieses Level treibt, müssen wir die Konsequenz ziehen und absagen."

Nach den Osterferien solle jeder Schüler mindestens einen Selbsttest pro Woche machen können, sagte Lorz. Dazu komme der wöchentliche kostenlose Schnelltest für jeden Bürger. Je nach Erfahrung könnten auch Testkits nachbestellt und die Frequenz auf mehr als zwei pro Woche erhöht werden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kein Wechselunterricht ab Klasse 7

Eine Lehrerin spricht mit einer Schülerin im Unterricht an einer Grundschule (dpa)
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Weitere Entscheidungen nach Montag

Für die Zeit nach den Osterferien halte die Landesregierung an ihren Planungen für die Schulen fest, sofern die Entwicklung der Corona-Lage dies zulasse. Im Übrigen bleibe es in Hessen einstweilen bei den bisherigen Regelungen. Über weitere Maßnahmen werde das Corona-Kabinett nach der Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin am kommenden Montag entscheiden.

Im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus setzt die Landesregierung auf regelmäßige Schnelltests an Schulen. "Wir haben in großem Umfang Test-Utensilien eingekauft", sagte Bouffier. Um erste Erfahrungen zu sammeln, sollen noch vor Ostern an landesweit 20 Schulen jeweils zwei Testungen erfolgen.

Opposition wittert Missachtung des Parlaments

Bouffier informierte am Donnerstag zunächst den Landtag über die Beschlüsse des Corona-Kabinetts und trat anschließend vor die Presse. Die Oppositionsparteien kritisierten das Vorgehen des Ministerpräsidenten, weil dieser deshalb nicht an der Debatte im Parlament teilnahm. Das Parlament habe "Vorrang" vor der Presse, betonte der FDP-Abgeordnete Jürgen Lenders. Günther Rudolph, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion, beantragte die förmliche Herbeizitierung des Ministerpräsidenten.

Holger Bellino, Geschäftsführer der CDU, bezeichnete die Vorwürfe der Opposition als populistisch. Bouffier sei es darum gegangen, "die Öffentlichkeit zu informieren, ihr auch möglichst schnell ein gewisses Maß an Unsicherheit zu nehmen".

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 18.03.2021, 19.30 Uhr