Stephan Ernst in Polizeigewahrsam
Stephan Ernst in Polizeigewahrsam Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Im Mordfall Lübcke sind die Ermittler einen Schritt weiter gekommen. Sie fanden in Kassel ein gesuchtes Auto, das mit dem Tatverdächtigen Stephan Ernst in Verbindung gebracht wird.

Videobeitrag
hsk1645

Video

zum Video Gesuchtes Auto im Mordfall Lübcke gefunden

Ende des Videobeitrags

In Kassel haben die Ermittler im Mordfall Lübcke ein gesuchtes Auto gefunden. Der Skoda mit thüringischem Kennzeichen wird mit dem Tatverdächtigen Stephan Ernst in Verbindung gebracht. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft bestätigte dem hr entsprechende Informationen der dpa.

Der Wagen soll auf den Schwiegervater zugelassen sein, Ernst soll den Wagen kurz vor der Tatnacht übernommen haben. Die Ermittler fanden das Fahrzeug in der Nähe des Wohnhauses des Verdächtigen.

Autoschlüssel in der Wohnung gefunden

Audiobeitrag
Die Bildkombination zeigt ein Portrait von Lübcke und dessen Wohnhaus

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fall Lübcke: Ermittler finden mögliches Täterfahrzeug

Ende des Audiobeitrags

Bei der Durchsuchung des Wohnhauses von Ernst in Kassel hatten die Ermittler laut einem Medienbericht einen versteckten Autoschlüssel gefunden, der zu einem Auto gehört, das Ernst angeblich für einen Verwandten kurz nach der Tatnacht verkauft haben soll. Der Verwandte bestätigte das dem Bericht zufolge.

In der Nacht des Mordes an dem CDU-Politiker waren einem Zeugen zwei Autos aufgefallen, die in "aggressiver Manier" durch Lübckes Wohnort Wolfhagen-Istha fuhren. Einen Pkw beschrieb er als VW Caddy, das andere Auto konnte er nicht beschreiben. Später hätten die Ermittlungen ergeben, dass Ernst einen solchen VW Caddy fahre, der auf seine Frau zugelassen sei. Ob es sich bei dem gefundenen Skoda um das zweite Auto aus der Tatnacht handelt, ist noch unklar.

Verhafteter Markus H. im selben Schützenverein

Bekannt ist nun auch, dass der ebenfalls festgenommene Markus H. im selben Schützenverein war wie der Tatverdächtige. Er habe wie Ernst mit dem Bogen trainiert, aber auch mit Feuerwaffen geschossen, erklärte der Vorsitzende des Schützenclub 1952 Sandershausen, Reiner Weidemann. Auch H. sei augenscheinlich "ein normaler ruhiger Typ" gewesen. Beide hätten keinen Zugriff auf die Waffen des Vereins gehabt.

Markus H. wird von der Bundesanwaltschaft Beihilfe zum Mord vorgeworfen, er soll den Kontakt zwischen Ernst und Elmar J. hergestellt haben, dem mutmaßlichen Verkäufer der Tatwaffe.

Walter Lübcke war am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus.

Sendung: hr-iNFO, 09.07.2019, 12 Uhr