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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kompromiss zwischen Landratsamt und Aktivisten

Schwalmstadt: Ein kopiertes Blatt weist im Dannenröder Forst auf weiß markierte Bäume hin, die den Trassenverlauf darstellen sollen.

Mit Protestcamps und Mahnwachen wollen sich Gegner des A49-Ausbaus gegen die Rodung im Dannenröder Forst stemmen. Auch in der Nacht auf Montag besetzten sie zwischenzeitlich eine Bundesstraße.

Die Proteste gegen den Weiterbau der A49 im Dannenröder Forst wurden in der Nacht zum Montag fortgesetzt. Wie bereits in der Nacht zuvor blockierten etwa 50 Aktivisten kurzzeitig die B62 bei Kirtorf (Vogelsberg), um gegen das Übernachtungsverbot in den Protestcamps zu protestieren.

Nach Polizeiangaben verlief der Protest friedlich und weitgehend störungsfrei. Nach mehreren Ansprachen hätte sich das Gros der Gruppe entfernt. Erneut hätten daraufhin einige Protestierende auf einer Wiese neben der Bundesstraße übernachtet. Vereinzelt seien Gegenstände sichergestellt und Platzverweise ausgesprochen worden.

Aktivisten sitzen im Dunkeln auf der B62.

Polizei nennt Situation "ruhig"

Ein Polizei-Sprecher beschrieb die Situation nach der ersten Blockade am Sonntagmorgen als "ruhig". Die Aktivisten hätten in ihren Zelten genächtigt, es gebe seitens der Polizei aktuell keinen Grund, tätig zu werden, sagte er dem hr. Für den Sonntag waren keine weiteren Aktionen seitens der Aktivisten angemeldet.

Der Protest gegen den Weiterbau der A49 in Mittelhessen war am Samstag schleppend angelaufen. Wie ein Polizeisprecher auf Anfrage mitteilte, fanden sich schätzungsweise ein Dutzend Demonstranten bei einer Kundgebung in Homberg-Dannenrod (Vogelsberg) ein. Eine Veranstaltung in Stadtallendorf-Schweinsberg (Marburg-Biedenkopf) sei kurzfristig abgesagt worden, da sich kaum Teilnehmer eingefunden hätten.

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zum Video Camps gegen A49-Ausbau errichtet

hessenschau 12.09.2020
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Protest-Konzert vor 150 Menschen

Außerdem habe es am Samstagmittag noch drei Mahnwachen gegeben, die ebenfalls nur von wenigen Personen besucht worden seien. Mehrere Polizeibeamte waren am Samstag im Einsatz, nachdem Veranstaltungen und Mahnwachen im Zusammenhang mit dem Protest gegen den Weiterbau der A49 angekündigt waren.

Am Abend kamen rund 150 Menschen zu einem Konzert im Wald. Die Polizei sprach von einem "ruhigen Ablauf".

Demo am Freitag in Wiesbaden mäßig besucht

Am Freitag hatten Umwelt- und Klimaschützer in Wiesbaden gegen den Weiterbau der Autobahn 49 und die Rodung von Waldflächen für die Trasse protestiert. Bei Kundgebungen vor dem hessischen Landtag und dem Verkehrsministerium sowie bei einer Art Mahnwache zählten die Veranstalter etwa 300 Teilnehmer, die Polizei sprach von rund 180 Teilnehmern.

Mit zwei zeitgleichen Kundgebungen vor dem Landtag und dem Verkehrsministerium protestierten Aktivisten gegen den geplanten Weiterbau der A49

Veranstalter der Proteste waren die Klimaschutzbewegung Fridays for Future und die Gruppe Task Force Dannenröder Forst. Diese wollen damit die Rodung eines Teils des Forsts, eines Waldstücks bei Homberg (Ohm) in Mittelhessen, für den Bau der A49 verhindern. Die Autobahn soll Kassel und Gießen miteinander verbinden. Der geplante Teilabschnitt führt von Stadtallendorf zum Ohmtal-Dreieck.

Bürger und Kommunen hatten sich in der Vergangenheit bereits besorgt über die Protestveranstaltungen gezeigt und etwa Randale befürchtet. Sie wiesen außerdem daraufhin, dass der A49-Ausbau von Menschen in der Region auch durchaus befürwortet werde.

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Gericht kippt Blockade-Verbot

Das Gießener Verwaltungsgericht hat am Montag ein Blockadeverbot des Regierungspräsidiums Gießen gekippt. Die Aktivisten hatten für September bis März an vier Standorten rund um den Dannenröder Forst Mahnwachen mit täglichen Blockadetrainings angemeldet. Das Gericht urteilte, Blockadeaktionen dürfe das Präsidium nicht grundsätzlich verbieten, weil sie unter die Versammlungsfreiheit fielen. Allerdings dürften die Demonstranten keine Zufahrtsstraßen für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr behindern. Auch das längerfristige Übernachten in Zelten oder Wohnwagen sei nicht erlaubt.

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Sendung: hr-iNFO, 13.09.2020, 6 Uhr