Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Erste Impfstoffdosen angekommen

150 Impfdosen erreichen am 2. Weihnachtstag das Wiesbadener Kongresszentrum.

Die ersten Impfstoffe haben Hessen erreicht. Am Sonntag startet die Impfaktion gegen das Coronavirus. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen im Überblick.

Vor Beginn der Corona-Impfungen sind am Samstag in Hessen die ersten Impfstoffdosen angekommen. Die Hälfte der knapp 10.000 Dosen werde zunächst in einem Kühl- und Verteilzentrum für den Weitertransport in die 28 Impfzentren im Land vorbereitet, teilte ein Sprecher des Innenministeriums in Wiesbaden mit. Anschließend würden sie landesweit verteilt, was voraussichtlich den ganzen Tag in Anspruch nehmen werde. Neben den Impfzentren sollen auch die sieben Schwerpunktkliniken im Land Impfstoffe für ihr Personal erhalten.

Eine erste Charge des Biontech-Impfstoffs erreichte unter anderem die Landeshauptstadt Wiesbaden am Samstagnachmittag. "Wir sind froh, dass es jetzt losgeht", sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD).

Am Sonntag soll hessenweit die große Corona-Impfaktion anlaufen. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen im Überblick.

Wie und wann geht es los?

Die Impfaktion gegen das Coronavirus beginnt am Sonntag, dem 27. Dezember. Die ersten 5.000 Dosen erhalten Mitarbeiter auf den Covid-19-Intensivstationen der Krankenhäuser und Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen. Letztere werden dafür von mobilen Teams der Impfzentren besucht. Die anderen knapp 5.000 Dosen sollen zunächst in einem Kühlzentrum zwischengelagert werden, um die Zweitimpfung in rund drei Wochen sicherzustellen.

Wer wird zuerst geimpft?

Da besonders ältere Menschen von einem schweren Verlauf von Covid-19 bedroht sind, wird mit den Impfungen in Alten- und Pflegeeinrichtungen begonnen. Die Bewohner und Mitarbeiter werden dafür von den mobilen Impfteams der Impfzentren besucht. Außerdem wird das medizinische Personal auf Covid-Intensivstationen in Krankenhäusern geimpft.

Hessenweit leben nach Angaben des Innenministeriums rund 112.000 Menschen in Alten- und Pflegeheimen, rund 15.000 arbeiten in medizinischen Einrichtungen. Ganz zu Beginn stehen pro Landkreis und kreisfreier Stadt allerdings nur wenige Impfdosen zur Verfügung.

Zur höchsten Priorität bei den Schutzimpfungen zählen auch die Mitarbeiter der Rettungsdienste und der ambulanten Pflegedienste sowie alle Menschen ab dem 80. Lebensjahr. Insgesamt zählt die erste Gruppe nach der Impfverordnung des Bundes in Hessen rund 567.000 Männer und Frauen.

Grafik Impfstrategie Hessen

Wo wird mit dem Impfen begonnen?

Hier starten die Impfungen am Sonntag, dem 27. Dezember:

  • Frankfurt: Die ersten Impfungen wird es am Morgen in der Uniklinik Frankfurt geben. Hier soll das Personal geimpft werden. Mobile Impfteams werden dann zu Altenheimen aufbrechen. Dort sollen die Bewohner geimpft werden.
  • Wiesbaden: Mobile Impfteams machen sich auf den Weg zu Alten- und Pfegeheimen. Dort sollen "nicht mobile" über 80-Jährige geimpft werden.
  • Bergstraße: Zwei mobile Impfteams impfen Bewohner in einer Pflege-Einrichtung.
  • Darmstadt-Dieburg: Die Bewohner zweier Altenwohnheime in Seeheim-Jugenheim und Moldautal werden geimpft. Es stehen Impfdosen für 110 Menschen zur Verfügung.
  • Gießen: Mobile Impfteams impfen Alten- und Pflegeeinrichtungen.
  • Groß-Gerau: Erste Impfungen wird es in dem Kreis ab 9 Uhr in einem Altenheim in der Stadt Groß-Gerau geben.
  • Hochtaunus: Mobilen Impfteams impfen in Alten- und Pflegeheimen. 155 Impfdosen stehen zur Verfügung.
  • Limburg: Bewohner und Personal eines Seniorenzentrums werden geimpft.
  • Marburg-Biedenkopf: Zunächst sollen die Bewohner von zwei Alten- und Pflegeeinrichtungen geimpft werden.
  • Schwalm-Eder: Erste Impfungen in Alten- und Pflegeheimen.
  • Vogelsberg: Mobile Impfteams impfen die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.
  • Wetterau: Auch hier starten mobile Impfteams in Alten- und Pflegeheimen.

(Stand: 26.12.2020. Nicht alle vom hr angeschriebenen Kreise haben geantwortet)

Was bedeutet dies beispielsweise konkret für Frankfurt?

Für Frankfurt stehen den Angaben zufolge zum Start nur 300 Impfdosen für Alten- und Pflegeheime bereit. Darüber hinaus bekommt die Uni-Klinik 150 Einheiten. Für den Odenwaldkreis, der zwar eine hohe Zahl an Neuinfektionen bezogen auf die Bevölkerungsdichte, aber nur wenige Einwohner hat, stehen zunächst weniger als 100 Dosen zur Verfügung.

Wie geht es danach weiter?

Der Bund hat nach Angaben von Innenminister Peter Beuth (CDU) weitere Lieferungen noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt. Die Rede ist von rund 100.000 Impfdosen. Sobald mehr Impfstoff vorhanden ist und ein Großteil der Menschen in den Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern geimpft ist, sollen voraussichtlich Mitte bis Ende Januar zunächst sechs zentrale Impfstellen in Hessen öffnen - in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. Später sollen dann auch die restlichen 22 Impfzentren des Landes hochgefahren werden.

Externer Inhalt

Externen Inhalt von Datawrapper (Datengrafik) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von Datawrapper (Datengrafik). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

Wie lange dauert die Aktion insgesamt?

Einen konkreten Zeitrahmen für die Corona-Massenimpfungen gibt es nicht. Das Land geht davon aus, dass hessenweit pro Tag rund 30.000 Menschen geimpft werden können, wenn alle 28 Impfzentren in Betrieb gegangen sind.

Liefe bei diesem Kraftakt alles wie gedacht, wäre die größte konzertierte Impfaktion Hessens so in einem Zeitraum von knapp 260 Tagen vollendet - nicht ganz neun Monate also. Die Stadt Frankfurt will in ihrem Impfzentrum in der Festhalle sogar bis zu 4.000 Menschen täglich impfen, wenn ausreichend Impfstoff vorhanden ist.

Sendung: hr-iNFO, 26.12.2020, 12.00 Uhr