Schüler im Klassenraum

Jeden Tag vor dem Computer, am Schreibtisch und ohne Mitschüler: Nach der monatelangen Zwangspause vom Präsenzunterricht sind die Klassen 7 bis 11 teilweise zurück in den Klassenraum gekehrt - aber noch nicht überall in Hessen.

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Für viele Schüler und Schülerinnen in Hessen muss sich der Schultag am Donnerstag wie eine zweite Einschulung angefühlt haben. In den Kreisen und Städten in Hessen, in denen die Inzidenz niedrig genug war, durften am Donnerstag die ersten Schüler der Klassen 7 bis 11 erstmals nach rund fünf Monaten wieder zurück in den Klassenraum kommen.

Einer von ihnen war Siebtklässler Phineas aus dem Schuldorf in Seeheim-Jugenheim (Darmstadt-Dieburg), der sich sehr auf die Rückkehr in den Präsenzunterricht freute. Seine Lehrer hätten sich zwar große Mühe mit dem Online-Unterricht gegeben, sagte er zum Schulstart, "trotzdem ist es etwas anderes, wenn man richtigen Unterricht hat. Man versteht vieles besser, wenn es nicht nur online erklärt wird."

Seit Mitte Dezember wurden die Jahrgänge ab Klasse 7 ausschließlich mit Homeschooling unterrichtet, nur die Abschlussklassen waren im Wechselunterricht. Die jüngeren Schüler und Schülerinnen der Klassen 1 bis 6 waren seit Ende April zurück im Wechselunterricht - wenn die Inzidenz im Kreis nicht an drei aufeinander folgenden Werktagen den Wert von 165 überschritt.

Kreis Kassel startet einen Tag später

Neben den Schulen im Kreis Darmstadt-Dieburg starteten auch die Schulen in Darmstadt sowie in den Kreisen Hochtaunus, Main-Taunus, Rheingau-Taunus, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg, Wetterau, Offenbach, Marburg-Biedenkopf, Vogelsberg und Werra-Meißner am Donnerstag in den Wechselunterricht.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wechselunterricht auch für Klasse 7 bis 11

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Im Kreis Kassel mussten die Schüler und Schülerinnen der Klasse 7 bis 11 zunächst noch warten. Die Inzidenz im Kreis liegt dort zwar seit vergangenem Donnerstag unter der kritischen 165er-Schwelle. Nach den Vorgaben der Bundesnotbremse dürfen jedoch Schulen erst am übernächsten Tag öffnen, sobald der Kreis an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen (Sonn- und Feiertage ausgenommen) die 165er-Inzidenz-Schwelle unterschritten hat.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) begrüßte am Donnerstag die weitere Öffnung an den Schulen. "Es ist sehr positiv, dass nun beginnend mit dem heutigen Tag in immer mehr Regionen Hessens insbesondere die Schülerinnen und Schüler wieder regelmäßig in die Schule gehen können", erklärte Lorz. "Das Licht am Ende des Tunnels wird von Tag zu Tag heller."

Organisatorisches Großprojekt für Schulen

Für die Schulen war die Rückkehr der älteren Schüler und Schülerinnen ein organisatorisches Großprojekt, wie der stellvertretende Schulleiter Dirk Schüpke vom Schuldorf in Seeheim-Jugenheim erklärte: "Wir sind mit dem Zollstock durch alle Räume gegangen und haben die Tische wie beim Tetris-Spiel verschoben und große Excel-Tabellen gemacht."

Im Schuldorf bleibe kein freier Klassenraum mehr übrig, sagte Schüpke. Denn auch im Wechselunterricht müssen die Schüler und Schülerinnen eineinhalb Meter Abstand zueinander halten. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte müssen sich außerdem zweimal pro Woche in Eigenregie testen.

Fast 2.400 Schülerinnen und Schüler musste Schüpke auf die Räume verteilen. Wie das hätte klappen sollen, wenn die Abiturienten auch noch da gewesen wären, sei ihm ein Rätsel. Um dieses Problem im Voraus zu umgehen, hatte die Landesregierung die Rückkehr der älteren Schüler und Schülerinnen zunächst noch nach hinten verschoben - auf den Tag nach der letzten schriftlichen Abiturprüfung in Hessen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 06.05.2021, 16.45 Uhr