Übersicht: So viele Stadtbäume gibt es in Hessens großen Städten

In Hessens großen Städten gibt es mehr Straßen- und Parkbäume als noch vor drei Jahren. Die meisten Stadtbäume pro Einwohner stehen in Kassel. Auch Frankfurts Baum-Bilanz kann sich sehen lassen. Aber in beiden Städten trüben Baumfäll-Aktionen die Stimmung.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Streit in Frankfurt: Wohnraum statt Naturidyll

Jongleur im Günthersburgpark in Frankfurt
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Welche Stadt in Hessen hat das meiste Stadtgrün? Eine hr-Umfrage hat es an den Tag gebracht: Kassel ist die grünste Stadt in Hessen. Zumindest was die Zahl der Stadtbäume angeht. Das sind die Bäume, die auf Straßen, Plätzen, Spielplätzen, Friedhöfen und anderen öffentlichen Grünanlagen stehen. In der Nordhessen-Metropole kommen laut städtischem Baumkataster 42 Stadtbäume auf 100 Einwohner. Das sind so viele wie in keiner anderen großen Stadt in Hessen.

Wiesbaden und Offenbach relativ arm an Stadtbäumen

Abgeschlagen sind dagegen Offenbach mit 18 und Wiesbaden mit 15 Bäumen. Wiesbadens schlechte Platzierung mag überraschen, hält die Landeshauptstadt doch große Stücke auf ihr Stadtgrün. Tatsächlich gibt es dort viele Naherholungsgebiete, zum Beispiel den großen Stadtwald. Waldbäume sind in den städtischen Baumkatastern allerdings ebenso wenig berücksichtigt wie Bäume auf privaten Grundstücken.

Im Mittelfeld liegen Hanau, Darmstadt, Frankfurt und Gießen mit rund 30 Stadtbäumen auf hundert Einwohner. Auch Fulda gehört in diese Gruppe. Allerdings sind dort nach Angaben der Stadt noch längst nicht alle Bäume im Kataster verzeichnet. Man ist noch mit dem Zählen beschäftigt. Wenn alle Bäume erfasst sind, könnte Fulda noch in die Spitzengruppe aufrücken.

Mehr Stadtbäume durch Bauprojekte

Die meisten Städte berichten von einem stabilen oder wachsenden Stadtbaumbestand, allen voran Frankfurt mit einem Plus von neun Prozent zwischen 2016 und 2018. Ein Teil des Zuwachses erklärt sich dadurch, dass bisher übersehene Bäume nachträglich erfasst wurden. Ein großer Teil sind aber nach Angaben der Stadt tatsächlich neu gepflanzte Bäume, vor allem in neu entstandenen Siedlungen, etwa auf dem Riedberg.

Auch Kassel erklärt seinen Zuwachs von 2,5 Prozent zum Teil mit neuen Stadtquartieren und zusätzlichen Straßenbäumen. Dabei sorgen dort gerade 90 Straßenbäume für Ärger. Es geht um alte Linden in der Heinrich-Heine-Straße, die wegen eines geplanten Straßenumbaus gefällt werden sollen.

Alte Bäume ökologisch kaum zu ersetzen

Zwar sollen die Linden nach dem Umbau durch rund 120 neue Bäume ersetzt werden, so dass Kassel unter dem Strich wieder ein Baumplus zu verzeichnen hätte. Aber die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hält dagegen: Ökologisch sind kleine neue Bäume kein gleichwertiger Ersatz für alten Baumbestand, der entsprechend größer ist.

In Frankfurt hat sich ein Konflikt entzündet an geplanten Baumfällungen in einem Park. Im Günthersburgpark sollen viele hundert Bäume einem Bauprojekt weichen. Zwar müssen, wie in allen hessischen Städten, Fällungen durch Ersatzpflanzungen ausgeglichen werden. Aber auch hier gilt: Ein hundert Jahre alter Stadtbaum ist eigentlich nicht zu ersetzen.