Restaurants und Cafés haben auch in der Frankfurter Altstadt wieder geöffnet.

Seit Freitag gelten weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Restaurants, Cafés und Hotels dürfen unter strengen Auflagen wieder öffnen. Gleiches gilt für Freizeitparks, Fitnessstudios sowie Spielhallen.

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Ein Essen im Restaurant genießen, im Fitnessstudio an den Hanteln schwitzen oder an der frischen Luft die Seele baumeln lassen: In Hessen greifen ab Freitag weitere Lockerungen in der Corona-Krise. Restaurants, Cafés, Hotels, Pensionen oder auch Campingplätze können nach Wochen wieder öffnen. Eiscafés dürfen wieder Sitzplätze anbieten.

Allerdings gelten strenge Hygiene- und Abstandsregelungen. Für Lokale heißt dies: maximal zwei Haushalte an einem Tisch und mindestens fünf Quadratmeter Platz pro Gast. Bei einer Fläche von 100 Quadratmetern können also lediglich 20 Gäste bewirtet werden. Bedienungen und Küchenpersonal müssen Mundschutz tragen, für Gäste wird dies - außer beim Essen - ebenfalls empfohlen. Alle Gäste müssen außerdem ihre Kontaktdaten hinterlassen.

Freizeitparks, Fitnessstudios, Spielhallen, Wettbüros und Casinos

Auch Freizeitparks, Fitnessstudios, Spielhallen und Casinos können wieder öffnen, wenn es ein Hygienekonzept gibt. Das bedeutet zum Beispiel getrennte Ein- und Ausgänge. In Fitnessstudios müssen Umkleiden und Waschräume geschlossen bleiben. In den Wettbüros kann auf die ersten Geisterspiele der Bundesliga am Wochenende gesetzt werden.

Die Regelungen für die in der Krise ohnehin schwer gebeutelte Gastronomie und Hotellerie stoßen auf Skepsis. Vor der Öffnung von Hotels für den Tourismus schätzt der Hotel- und Gaststättenverband Hessen (Dehoga) die Lage der Hotellerie im Land als schwierig ein. "Die Stimmung ist insgesamt nicht so gut", sagte die stellvertretende Dehoga-Hauptgeschäftsführerin, Kerstin Junghans. Mit der aktuellen Verordnung sei es schwierig, überhaupt zu öffnen. 

Dehoga: "Weit entfernt von einem Restart"

Der Gästeverkehr fehle wegen geschlossener Grenzen, Reiserestriktionen und Quarantäne-Vorschriften. Die Fünf-Quadratmeter-Regel sei zudem ein "Damoklesschwert" für die Branche. "Wir sind weit entfernt von einem Restart. Aber es ist ein gutes Zeichen, dass es wieder los geht", sagte Junghans. Aus Protest gegen die Corona-Auflagen hatte die Frankfurter Gastronomieinitiative IGF indessen dazu aufgerufen, Restaurants und Gaststätten am Freitag noch geschlossen zu lassen.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zeigte Verständnis für die Nöte der Gastronomen. Die Fünf-Quadratmeter-Regel pro Gast sei sehr hart, weil es sich für viele nicht lohne, ihr Restaurant für wenige Gäste überhaupt zu öffnen, sagte er. Einzelne Städte wie Hanau und Frankfurt haben die geltenden Beschränkungen für die Außengastronomie gelockert, damit die Gastwirte mehr Fläche bekommen und die Abstandsregeln leichter eingehalten werden können.

Fest steht nun auch, dass ab Montag die Schüler der vierten Klassen in einen eingeschränkten Regelunterricht zurückkehren. Eine Schülerin, die im Eilverfahren gegen die Öffnung für Viertklässler vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel geklagt hatte, zog ihre Klage am Freitag zurück.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 15.05.20, 19.30 Uhr