"Fridays for Future"-Demo in Frankfurt
"Fridays for Future"-Demo in Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa

Kurz vor der Europawahl sind in mehreren hessischen Städten erneut tausende Schüler für eine bessere Klimapolitik auf die Straße gegangen. Sie wollen die Wähler für das Thema sensibilisieren.

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Zwei Tage vor der Europawahl haben in Hessen tausende Schüler und Studenten im Rahmen der Fridays-for-Future-Demonstrationen eine radikalere Klimapolitik gefordert. Alleine in Frankfurt nahmen am Freitag laut Polizei etwa 4.500 Menschen an der Abschlusskundgebung teil.

Kundgebung vor der EZB

"Wir wollen zwei Tage vor der Europawahl ein Zeichen setzen", sagte Emil Riedel, einer der Frankfurter Organisatoren, vor Start der Demonstration. "Es muss für das Klima gewählt werden." Auf Transparenten forderten die Teilnehmer der Demonstration etwa "Stoppt den Klimawandel" und betonten "Europawahl ist Klimawahl".

Die Abschlusskundgebung fand am frühen Nachmittag an der Weseler Werft vor der Europäischen Zentralbank statt. Dort hatten sich zuvor die Demonstrationszüge aus Frankfurt und Offenbach vereint.

Demos in Kassel und Wiesbaden

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Transparent vor der EZB in Frankfurt

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In Kassel liefen rund 1.500 Teilnehmer vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt zum Rathaus. Auch hier beklagten die Teilnehmer auf Transparenten und mit Sprechchören die Erderwärmung und die damit verbundenen Gefahren. "Wechselt das System, nicht das Klima“ oder "Die Dinos dachten auch, sie hätten Zeit" war auf den Plakaten zu lesen. Mit Sprüchen wie "Oma, was ist ein Schneemann" oder "Wenn die Welt eine Bank wäre, hättet ihr sie längst gerettet“ drückten die Schüler ihren Unmut über eine handlungsunfähige Politik aus.

In Wiesbaden demonstrierten nach Polizeiangaben etwa 500 Jugendliche.

Kirchen unterstützen Klima-Demos

Unterstützung bekamen die jungen Demonstranten in Hessen auch aus Reihen der Kirchen. So hatten Mitglieder des ökumenischen Netzwerks Klimagerechtigkeit den Aufruf "Churches for Future" initiiert. "Wir als Kirchen und kirchliche Organisationen zollen den Protestierenden großen Respekt und unterstützen die Anliegen der jungen Generation. Wir bitten daher die Mitglieder unserer Kirchen und kirchlichen Organisationen ihr Engagement für Klimagerechtigkeit deutlich zu verstärken", heißt es in einem Schreiben.

Bislang unterstützen 16 Kirchen, kirchliche Einrichtungen und Organisationen diesen Aufruf. Dazu zählen unter anderem die evangelischen Kirchen in Kurhessen-Waldeck und Hessen-Nassau sowie der Bund der Deutschen Katholischen Jugend und das katholische Hilfswerk Adveniat.

Europaweite Aktionen

Bundesweit haben in mehr als 200 Städten Aktionen im Rahmen der "Fridays-for-Future“-Bewegung stattgefunden. In Berlin zogen etwa 10.000 Anhänger vom Brandenburger Tor durch das Regierungsviertel und forderten, die Europawahl zur "Klimawahl" zu machen. In Hamburg versammelten sich 17.000 Menschen. Große "Klimastreiks“ gab es unter anderem auch in Köln, Düsseldorf, Leipzig, Bielefeld und Dortmund.

Auch vor EU-Institutionen wie dem Europäischen Rat in Brüssel, dem Europäischen Parlament in Straßburg und der Europäischen Investitionsbank in Luxemburg fanden am Freitag Demonstrationen statt.

Sendung: hessenschau, hr-fernsehen: 24.05.2019, 19.30 Uhr