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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fahrraddemo gegen A49-Ausbau

Fahrraddemo Dannenröder Forst

Die Proteste gegen den Weiterbau der A49 gehen weiter: Ausbaugegner legten die A49 in Richtung Süden mit einer Fahrraddemo lahm. Unterdessen wuchs das Zeltlager im Dannenröder Forst.

Rund 300 Radler sind am Samstag auf einer genehmigten Route über die A49 gefahren, teilte die Polizei mit. Deswegen wurde die Spur Richtung Süden wie schon in der vergangenen Woche für den übrigen Verkehr gesperrt.

Zu größeren Behinderungen sei es wegen des dünnen Feiertagsverkehrs aber nicht gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei begleitete die Radfahrer mit Motorrädern. An der Ausfahrt Gudensberg (Schwalm-Eder) legten die Demonstranten für diverse Aktionen und Redebeiträge einen Stopp ein. Auseinandersetzungen oder Festnahmen gab es nach Polizeiangaben nicht.

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Ziel der Demonstranten war ein Protestcamp am Dannenröder Forst, der wie weitere Waldstücke für den umstrittenen Weiterbau der Autobahn in Richtung Gießen gerodet werden soll. Dort war für Samstagnachmittag eine Musikveranstaltung geplant. Zudem wollten die Aktivisten einen demonstrativen Spaziergang im ebenfalls bedrohten Maulbacher Wald bei Homberg/Ohm (Vogelsberg) veranstalten.

Zeltlager am Rande des Dannenröder Forsts

Blockade einer Baustelle

Schon gegen Mittag war das Zeltlager an der Mahnwache weiter gewachsen. Viele Interessierte waren im Wald unterwegs. Die Stimmung war nach hr-Informationen entspannt. Im Maulbacher Wald begannen Besetzer derweil, Barrikaden auf Zuwegen zu einem Baumhauscamp auf der Trasse zu bauen, die ebenfalls gerodet werden soll.

Waldbesetzer bauen Barrikaden im Maulbacher Wald.

Zur gleichen Zeit besetzten Aktivisten nach eigenen Angaben eine Baustelle am Ende der schon fertiggestellten A49 bei Neuental (Schwalm-Eder). Sie hätten dort unter anderem ein Zeltlager aufgestellt, schrieben sie in einer Mitteilung. Ziel sei es, die Arbeiten für den Weiterbau der Autobahn zu blockieren.

Die Polizei beobachtete dem Sprecher zufolge die Lage und griff nicht ein. Es sei zu keinen Sachbeschädigungen gekommen und es habe auch keine anderen Anlässe zum Eingreifen gegeben, so der Polizeisprecher. Gegen Abend hätten viele Teilnehmer die Baustelle wieder verlassen.

Rodungen ausgesetzt

Aus Protest gegen den Autobahnausbau hatten Aktivisten schon Teile der Wälder besetzt. Mit einem Großaufgebot sicherte die Polizei am Donnerstag und Freitag die Rodungen im Herrenwald. Dabei wurden auch mehrere Baumhäuser und Plattformen geräumt, auf denen sich die Aktivisten verschanzt hatten, um sich gegen die Rodungen zu stemmen.

Für das Wochenende hatte die Autobahn-Projektgesellschaft Deges die Rodungen wegen der angekündigten Demonstrationen ausgesetzt. "Wir wollen keine Konfrontation, deshalb ruhen die Arbeiten am Wochenende", sagte ein Sprecher am Freitag. Nach dem Lückenschluss soll die A49 Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden.

Sendung: hr-iNFO, 03.10.2020, 13 Uhr