Seit Montag gehört sie zum hessischen Alltag dazu: die Maske zur Eindämmung des Coronavirus. Wo man sie braucht, wie man sie bekommt und was alles falsch laufen kann.

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Aus der bisherigen Empfehlung wird eine Anordnung: Wie auch die übrigen Bundesländer hat Hessen eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes durchgesetzt. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) verspricht sich dadurch einen "erhöhten gegenseitigen Schutz gerade an den Orten, an denen viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen". Was Sie seit Montag alles beachten müssen.

Wo müssen Masken getragen werden?

Ganz einfach: Fahren Sie mit Bus oder Bahn, ist der Schutz Pflicht. Gleiches gilt für alle Geschäfte, in denen Sie einkaufen können, sowie für Wochenmärkte, Bank- und Postfilialen.

Die Stadt Bad Homburg ging zwischenzeitlich noch einen Schritt weiter und verkündete eine Maskenpflicht in der Fußgängerzone mit Beginn am Freitag. Doch kurzfristig ruderte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) zurück und teilte am selben Tag mit: "Die Stadt schreibt das Tragen der Masken nicht vor, sie empfiehlt es dringend." Damit befindet sich die Hochtaunus-Kreisstadt wieder auf einer Linie mit Hessen.

Maske, Schal, Tuch: Welche Art von Schutz reicht aus?

Ministerpräsident Bouffier und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) sprechen von "Alltagsmasken". Diese können aus einfachem Stoff und auch selbst genäht sein. Auch Halstücher oder Schals, die über Mund und Nase gezogen werden, sind nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes möglich. So viel zur erforderlichen "Mindestausstattung".

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Medizinische Schutzmasken, die sogenannten Filtering Facepieces (FFP), sind natürlich ebenfalls erlaubt. Sie sollen aber in erster Linie weiter den Menschen zur Verfügung stehen, die sie am dringendsten brauchen: medizinischem Fachpersonal.

Welche verschiedenen Typen von Masken gibt es noch?

Die sogenannten Alltagsmasken schützen wie erwähnt zwar das Umfeld, aber nur im sehr geringen Maße den Träger selbst. Die nächste Stufe in Sachen Schutz Anderer bieten die chirurgischen Mund-Nase-Masken (siehe Abbildung).

Dann gibt es noch die Medizinischen Schutzmasken, auch Filtering Facepieces (FFP) genannt. Sie sollen in erster Linie den Menschen zur Verfügung stehen, die sie am dringendsten brauchen: medizinischem Fachpersonal. Hier gibt es zwei Varianten: FFP-Masken ohne Ventil, die sowohl Träger als auch Umfeld vor Tröpfchen schützen und FFP-Masken mit Ventil. Diese wiederum schützen zwar den Träger, nicht aber das Umfeld.

Verschiedene Masken und ihr Schutzfaktor

Schützen Alltagsmasken überhaupt?

Bei der Maskenpflicht geht es nicht darum, das Virus zu stoppen, sondern seine Ausbreitung weiter zu bremsen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist daraufhin hin, dass die Masken allein kein sicherer Schutz sind. Der Stoff kann aber Schutz vor größeren Tröpfchen bieten und Schleimhautkontakt mit kontaminierten Händen verhindern.

Normen gibt es für die selbst hergestellten Masken nicht – und damit auch keine nachgewiesene Schutzwirkung. Laut RKI filtern sie in der Regel aber vermutlich weniger Tröpfchen als etwa der mehrlagige medizinische Mund-Nasen-Schutz, der aus Krankenhäusern bekannt ist.

Wo bekomme ich die Masken her?

Apotheken, Sanitätshandel und Online-Plattformen bieten die Masken an. Wegen der hohen Nachfrage kann es aber sein, dass Sie derzeit leer ausgehen. Einige Anbieter sehen darin ein mögliches "Geschäft mit der Corona-Angst", wie die Verbraucherzentrale Hessen anmahnt. Sie rät, gerade beim Online-Einkauf aufmerksam zu bleiben und nicht auf vermeintliche Blitzangebote hereinzufallen, die am Ende viel Geld kosten.

Supermarkt-Ketten wie Rewe, Aldi, Netto oder Kaufland erklärten auf Anfrage, dass an Lösungen gearbeitet würde. Vor allem zum Start ist aber nicht davon auszugehen, dass überhaupt Masken zur Ausgabe beziehungsweise zum Einkauf bereitliegen werden.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund RMV kündigte an, mehrere hunderttausend Einwegmasken zur Verfügung stellen zu wollen. Damit sollen die Fahrgäste laut Mitteilung vom Freitag in den ersten Tagen der neuen Pflicht unterstützt werden. Ausgegeben würden die Masken an rund zwei dutzend Bahnhöfen und Omnibusbahnhöfen.

Derzeit bieten auch viele Schneidereien und andere Anbieter selbstgenähte Masken für wenige Euro an. Dazu gibt es immer die Möglichkeit, sich den Mund-Nasen-Schutz selbst herzustellen. So bietet beispielsweise die Stadt Hanau eine Anleitung im Internet an. Deutschlands wohl bekanntester Virologe Christian Drosten empfiehlt übrigens die Selfmade-Maske nach chinesischem Vorbild.

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Ersetzt die Maske den Sicherheitsabstand?

Klares Nein! Die Experten warnen eindringlich vor diesem Trugschluss. Auch mit Maske, Schal, Tuch oder jedem noch denkbaren Mund-und-Nasen-Schutz soll und muss der Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern eingehalten werden. Alltagsmasken schützen vor allem andere vor einer Ansteckung und nicht primär den Träger selbst.

Was muss ich beim An- und Abziehen beachten?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte rät, sich vor dem Anziehen die Hände gründlich mit Seife zu waschen. Das senkt die Gefahr, die Innenseite der Maske mit Erregern zu kontaminieren. Nach dem Abziehen wird empfohlen, sich die Hände direkt noch einmal zu waschen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) fordert dazu auf, die Masken nicht am Stoff zu berühren, sondern nur seitlich an den Fixierbändern.

Die Maske sollte Mund und Nase abdecken und eng an den Wangen anliegen, damit möglichst wenig Luft an den Seiten eindringen kann. Die Experten empfehlen, die Maske abzusetzen oder auszutauschen, wenn der Stoff durchfeuchtet ist – und im Zweifel öfter als seltener. Der Kasseler Hygienearzt Markus Schimmelpfennig etwa rät zu einer täglichen Wäsche bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine. In diesem Punkt bieten die jeweiligen Hersteller in der Regel auch Richtlinien.

Muss wirklich jeder einen Mund-Nase-Schutz tragen?

Es gibt Ausnahmen, aber die sind rar gesät. Von der Maskenpflicht ausgenommen sind: Kinder unter 6 Jahren und Menschen, die wegen einer Behinderung keinen Mund-Nase-Schutz tragen können oder eine gesundheitliche Beeinträchtigung haben.

Was passiert, wenn ich keine Maske trage?

Das kann – unabhängig von moralischen Fragen - kosten. Wiederholte Verstöße gegen die Maskenpflicht können mit einem Bußgeld von 50 Euro bestraft werden. Laut Innenministerium wird die Polizei im Rahmen des gewöhnlichen Streifendiensts die Einhaltung kontrollieren. Die Beamten würden aber nicht schwerpunktmäßig Bahnen und Supermärkte kontrollieren. Dort seien die Mitarbeiter dazu angehalten, auf die Umsetzung der Maskenpflicht zu achten.

Seitens der Supermarktketten heißt es, man habe keine rechtliche Handhabe für eine etwaige "Kontrolle" oder Sanktionierung von Kunden. Natürlich würden Mitarbeiter im Zweifel auf die Maskenpflicht hinweisen. Die Einhaltung der Maßnahmen obliege aber den Ordnungsämtern. Ähnlich äußerten sich auch die Verkehrsbetriebe. Aus Kontrolleuren werden also keine Ordnungshüter.

Gilt die Maskenpflicht auch für Schulen?

Nein, auch wenn der Start der Maßnahme zeitlich und auch kausal mit der teilweisen Öffnung der Schulen zusammenfällt. Regierungschef Bouffier wies aber darauf hin, dass ein Großteil der Schüler mit dem Bus zum Unterricht komme. "Und in Bussen ist es klassischerweise so, dass das Abstandhalten etwas schwierig ist. Gerade da ist eine Maske ein Teil eines Schutzkonzepts."

Weitere Maßnahmen für die Schulen kündigte Bouffier nicht an. Dabei hätten ausgerechnet die Schüler wohl nichts dagegen. Zumindest sagte Landesschulsprecherin Lou-Marleen Appuhn kürzlich im hr-Interview, dass es "eventuell auch eine Schutzmaskenpflicht in der Schule" brauche, um Unterricht in Zeiten von Corona verantwortbar durchzuführen.