Foto einer Impfung. Zu sehen ist die Impfspritze, wie sie in einen Oberarm gestochen wird.

Der Impfstoff von Astrazeneca ist mittlerweile für alle Impfwilligen freigegeben. Doch nicht jeder bekommt das Vakzin überall. Wer etwa keiner Priorisierungsgruppe angehört, muss zum Hausarzt gehen. Dabei ist gerade dort der Impfstoff kaum verfügbar - noch.

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Unter welchen Umständen kann ich mich mit Astrazeneca impfen lassen - etwa wenn ich keiner Priorisierungsgruppe angehöre oder als Impfberechtigter noch nicht 60 Jahre alt bin? Über das Wie, Wo und Wann hat es in den vergangenen Tagen einige Verwirrung gegeben. Wir versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen und schlüsseln die Möglichkeiten nach den jeweiligen Fällen auf.

Fall 1: Sie gehören einer der Priorisierungsgruppen 1-3 an und sind 60 Jahre oder älter

In diesem Fall können Sie sich jederzeit über das Impfportal des Landes in einem der Impfzentren für einen Termin anmelden. Den Impfstoff bekommen Sie zugewiesen. Sie können aber auch in Ihrer Hausarztpraxis einen Impftermin vereinbaren.

Fall 2: Sie gehören einer der Priorisierungsgruppen 1-3 an und sind jünger als 60 Jahre

Auch in diesem Fall können Sie sich über das Impfportal des Landes in einem der Impfzentren für einen Termin anmelden. Dann werden Sie aber nicht mit Astrazeneca geimpft, wie eine Sprecherin des Sozialministeriums dem hr am Mittwoch noch einmal bestätigte, sondern erhalten den Impfstoff von Biontech oder Moderna. Sie können aber auch in Ihrer Hausarztpraxis einen Impftermin vereinbaren. Dort würden Sie entweder das Vakzin von Astrazeneca oder jenes von Biontech erhalten. Für eine Impfung mit Astrazeneca ist ein vorheriges Aufklärungsgespräch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin Pflicht.

Fall 3: Sie gehören keiner Priosierungsgruppe an

In diesem Fall sind Sie unter 60 Jahre alt, da Sie sonst mindestens der Priorisierungsgruppe 3 angehören würden. Auch Sie können sich gegen Corona impfen lassen, allerdings nur mit dem Impfstoff von Astrazeneca und derzeit nur beim Hausarzt nach vorherigem Beratungsgespräch.

Größere Lieferung für Hausarztpraxen erwartet

Noch könnte es schwierig werden, in der nächsten Zeit einen Termin für eine Impfung mit Astrazeneca in einer Hausarztpraxis zu bekommen. Nach hr-Informationen sind in den Praxen derzeit nur Restbestände des Vakzins verfügbar. Laut Lieferprognose des Bundesgesundheitsministeriums sollen die Praxen aber kommende Woche mehr als 100.000 Dosen des Astrazeneca-Vakzins erhalten, dazu noch einmal gut ebenso viel der Impfstoffe von Biontech/Pfizer.

Sorge machte vielen Hausärzten bislang die Haftungsfrage. Jetzt hat das Sozialministerium klargestellt, dass das Land die Haftung für Impfschäden, die durch die bekannten Nebenwirkungen entstehen, übernehmen will. Bei Impfschäden durch unerwartete Nebenwirkungen haftet laut Bundesgesundheitsministerium der Bund. Bei Produktfehlern ist den Angaben zufolge gemäß dem sozialen Entschädigungsgesetz der Hersteller in der Haftung.

Sondertermine für die Stadt Frankfurt

Unterdessen hat die Stadt Frankfurt in Ihrem Impfzentrum etwa 5.500 Sondertermine für Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff geschaffen. Sie können über ein gesondertes Portal gebucht werden. Derzeit werden die Termine (zurzeit bis einschließlich 9. Mai) aber nur an Impfwillige einer Priorisierungsgruppe vergeben, für die das Impfzentrum Frankfurt zuständig ist. Geimpft werden können sowohl Personen über als auch Impfberechtige unter 60 Jahren, wie die Stadt auf ihrer Internetseite klarstellte.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 28.4.2021, 16.45 Uhr