Digitales Klassenzimmer

Flächendeckendes WLAN, mehr mobile Endgeräte und digitale Klassenzimmer: Mit 50 Millionen Euro will die Stadt Frankfurt ihre 167 Schulen einem technischen Update unterziehen. Auch Berufsschulen und Inklusionsklassen sollen gezielt profitieren.

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Schüler am Tablet
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Mehr Tablets und Laptops für die Schüler, WLAN an allen Schulen und digitale Tafeln und Beamer fürs Klassenzimmer: Rund 50 Millionen Euro will die Stadt Frankfurt in die Digitalisierung ihrer insgesamt 167 Schulen investieren. Das hat der Magistrat am Freitag beschlossen.

Der Großteil des Geldes kommt dabei aus dem von Bund und Ländern entwickelten Digitalpakt, sechs Millionen Euro steuert die Stadt Frankfurt als Eigenanteil bei. Insgesamt sollen bis 2024 vom Bund 372 Millionen Euro an die hessischen Schulen gehen. Das Land Hessen und die Schulträger erhöhen den Beitrag durch zusätzliches Geld auf insgesamt knapp 500 Millionen Euro.

13 Millionen Euro für WLAN und mobile Endgeräte

Gut ein Viertel des Geldes - rund 13 Millionen Euro - fließt in Frankfurt in die WLAN-Versorgung und in den Kauf mobiler Endgeräte wie Laptops und Tablets. In allen Klassenräumen soll es künftig drahtloses Internet geben. Die Quote von mobilen Geräten zu stationären Computern soll sich von momentan 30:70 auf 50:50 verschieben.

Die Umrüstung erfolgt etappenweise: Pro Jahr sollen etwa 30 städtische Schulen mit WLAN und neuen Endgeräten versorgt werden. Zum Ende der Laufzeit des Digitalpakts im Jahr 2024 sollen so alle Schulen ausgestattet sein. Um den Prozess anzustoßen, müssten die Schulen die digitale Ausstattung beim Schulträger beantragen. Diese werde dann von der Stadt Frankfurt in Abstimmung mit dem Schulamt beauftragt.

Diskussion um WLAN-Anbindung gelöst

Mit dem WLAN-Ausbau an den städtischen Schulen soll nun auch auf einen einheitlichen WLAN-Anbieter zurückgegriffen werden. Zuletzt hatten die Schulen sich über externe Dienstleister selbst mit WLAN ausstatten müssen, da die städtische Lösung auf sich warten ließ.

"Der Magistrat hat sich beim Ausbau der Infrastruktur für das städtische WLAN entschieden", erklärte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). "Die digitale Infrastruktur der Schulen auszubauen, ist eine städtische Aufgabe und ich bin froh, dass es nun eine einheitliche und klare Regelung gibt."

Besonderer Bedarf in Berufsschulen und Inklusionsklassen

Fast genauso groß wie die Fördersumme für WLAN und mobile Endgeräte ist die Summe, die in die Ausstattung der Klassenzimmer mit digitaler Präsentationstechnik fließen soll. Zwölf Millionen Euro sind für die Anschaffung von Beamern und interaktiven Whiteboards vorgesehen.

Weitere acht Millionen Euro sollen aufgrund "besonderer Bedürfnisse" an die Berufsschulen gehen. "Angesichts der Digitalisierung der Arbeitswelt ist es notwendig, die beruflichen Schulen mit der Ausstattung zu versorgen, die die Auszubildenden aus ihren Betrieben kennen", so Weber. Vom Heizungsbau bis hin zum Buchdruck laufe vieles inzwischen in den Betrieben digital.

Auch der inklusive Unterricht soll durch das Geld unterstützt werden. Gerade Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen - etwa beim Hören und Sehen - könnten in ihren Lernmöglichkeiten profitieren, wenn sie Geräte mit speziell auf sie zugeschnittenen Anwendungen nutzten, hieß es in der schriftlichen Mitteilung der Stadt zum Magistratsbeschluss. Die konkrete Summe nannte die Stadt nicht.

Investiert werden soll auch in den Ausbau von Clouddiensten sowie in die Serverstruktur und die Gebäudeverkabelung an den Schulen.

Sendung. hr3, 15.05.2020, 13.00 Uhr