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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Masken im Schulgebäude? Regierung wartet ab

Zwei Kinder betreten ein Schulgebäude

Knapp zwei Wochen vor dem Schulstart gibt es keine hessenweite Regelung zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in Schulgebäuden. Die Schulleitungen sollen selbst entscheiden. Frankfurts Bildungsdezernentin Sylvia Weber hält das für komplett falsch.

Mund-Nase-Schutz im Schulgebäude - ja oder nein? Das regeln die Bundesländer ganz unterschiedlich. Hessen verzichtet weiter auf eine landesweit gültige Vorgabe.

Stattdessen überlässt Wiesbaden die Entscheidung der jeweiligen Schulleitung. "Diese Regelung besteht nach wie vor", sagte ein Sprecher des Kultusministeriums am Dienstag in Wiesbaden.

Gegebenenfalls kurzfristige "Anpassung"

Das Land bleibt in einer Art Lauerposition, will erst einmal schauen, wie es in anderen Bundesländern läuft - um dann gegebenenfalls doch noch kurzfristig verbindliche Vorgaben zu machen.

Man beobachte sehr genau das Corona-Infektionsgeschehen und den Umgang der anderen Länder in der Maskenfrage, sagte der Ministeriumssprecher. Bis zum hessischen Schulstart am 17. August werde sich dann entscheiden, ob die bisher geplante Regelung noch einmal angepasst werden müsse.

Es geht um die Bereiche außerhalb des Klassenzimmers, also etwa Foyer, Treppenhäuser, Gänge, Schulhof oder Toiletten. Die Schulleitungen sollen - so der Status Quo - selbst mit dem Gesundheitsamt abstimmen, ob hier Masken getragen werden müssen oder nicht, je nach den Gegebenheiten vor Ort.

Frankfurt: Risiko nicht auf Schulleitungen abwälzen

Frankfurts Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) hält von derlei Freiheiten gar nichts. Sie warf der schwarz-grünen Landesregierung vor, das Risiko auf die Schulleitungen zu übertragen und forderte eine landesweit einheitliche Regelung für alle Schulen.

"Wer zum einen regelmäßige Tests für Landesbedienstete anbietet - was ich sehr begrüße - sollte auch für die entsprechenden präventiven Vorgaben sorgen", sagte Weber laut einer Mitteilung vom Dienstag. Nur zusammen ergäben beide Maßnahmen einen Sinn.

"Maskenpflicht ab zehn Jahren unbedingt geboten"

Weber selbst hält die Maskenpflicht in Schulgebäuden für Erwachsene und Kinder ab zehn Jahren außerhalb der Klassenzimmer für "unbedingt geboten", zumindest in den ersten Wochen nach den Sommerferien. In den Klassenzimmern sollten dann die Lehrer je nach Abstandssituation entscheiden, ob die Maske abgelegt werden könne.

Die Dezernentin forderte zudem, allen Beschäftigten in städtischen Schulen freiwillige Tests anzubieten und regte Fiebermessungen bei allen Schülerinnen und Schülern vor dem Unterricht an, um eine Infektion mit dem Coronavirus frühzeitig zu erkennen. Oberstes Ziel aller Maßnahmen müsse sein, erneute komplette Schulschließungen zu vermeiden.

Unterschiedliche Regelungen in den Ländern

In mehreren anderen Bundesländern müssen Schüler und Lehrer im neuen Schuljahr auf dem Schulgelände eine Mund-Nase-Bedeckung tragen, in Nordrhein-Westfalen gilt die Pflicht zumindest vorübergehend auch im Unterricht.

In Mecklenburg-Vorpommern - wo die Schule bereits begonnen hat - gilt die Maskenpflicht ab Mittwoch für Schüler ab Klasse fünf.

hr-iNFO, 04.08.2020, 16.06 Uhr

Ihre Kommentare Wie sollte der Umgang mit Masken in Schulen hessenweit geregelt werden?

89 Kommentare

  • Man muss kein Schüler mehr sein, um sich vorstellen zu können, dass der Unterricht mit Maske - gerade im Sommer - eine Qual sein wird. Die Klassenräume der meisten Schulen sind schlecht isoliert; im Sommer ist es dort warm und stickig. Welcher Schüler kann sich denn so noch auf das Lernen konzentrieren?

    Abstandspflicht im Klassenraum, Einhaltung aller erforderlichen Hygienemaßnahmen, kein Chor, kein musizieren (Blasinstrumente), bei Krankheit bleibt man zu Hause, Unterricht in kleineren Gruppen..... das sollte doch ausreichend sein.

  • Drosten (in der Zeit): Das Virus könnte sich aus der Bevölkerung verbreiten (während des Herbsts)

    HKM: Unterricht in allen Schulformen ohne Maske ohne Abstand im Klassenraum.

    Willkommen zu einem der größten Schulversuche aller Zeiten! Schauen wir mal, wen es zuerst erwischt...

  • Es sollte auf jeden Fall Maskenpflicht beim Umherlaufen gelten und auch Abstandpflicht im Klassenraum geben. Am besten sollte, wie in Bayern, auf kleine feste Gruppen hin umorganisiert, bzw in Schichten unterrichtet werden, d. h. Präsenz und homeschooling abwechselnd für alle.
    Jetzt herrschen unübersichtliche Zustände nach den Ferien und bald müssen die Fenster wegen Kälte geschlossen bleiben...ich halte konsequent vor und umsichtiges Vorgehen für absolut geboten, zumal die Krankenhäuser aus finanziellen Gründen wieder voll auf Terminauslastung zusteuern.

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