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Abgestorbener Baum im Frankfurter Stadtwald

Der zurückliegende Dürresommer und die trockenen Winter wirken sich verheerend auf den Frankfurter Stadtwald aus. Die Verwaltung muss zehntausende vertrocknete und von Schädlingen befallene Bäume fällen. "Eine Katastrophe", sagt Umweltdezernentin Heilig.

Der heiße und extreme trockene Sommer 2018 hat dem Frankfurter Stadtwald schwer zugesetzt. Und die Auswirkungen werden nun erst so richtig sichtbar. "Der Stadtwald leidet", fasste Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) am Dienstag die Krisensituation zusammen.

Stadtwald in "dramatischem Zustand"

Ob Buche, Esche, Kiefer oder Stieleiche - allen Baumarten gehe es schlecht, es sei ein "dramatischer Zustand", so Heilig. So hätten die Bäume im Frühjahr nicht mehr richtig ausgetrieben oder würden ihre klein geratenen Blätter bereits jetzt abwerfen. Das bisschen Regen der vergangenen Wochen reiche nicht, damit die Natur sich erhole. "Wir befinden uns mitten in der Klimakrise, und das zeigt sich auch hier im Stadtwald", betonte die Dezernentin.

Damit der Waldboden in der Tiefe zwischen 25 und 180 Zentimetern so durchnässt sei, dass die Wurzeln das dringend benötigte Wasser aufnehmen und in die Blätter des Baums transportieren könnten, brauche es Dauerregen, sagte Heilig: "Um den Wasserhaushalt wieder auf das normale Maß zu stellen, müsste es drei bis vier Monate 24 Stunden am Tag regnen."

Zehntausende Bäume müssen gefällt werden

Die Bäume leiden nicht nur unter dem anhaltenden Wassermangel, sondern können sich in ihrem geschwächten Zustand nicht mehr gegen Schädlinge wie Borkenkäfer und Pilze erwehren und sterben ab. Zehntausende Bäume müssten auch aus Sicherheitsgründen gefällt werden, sagte Peter Rodenfels, stellvertretender Leiter der Forstabteilung beim Grünflächenamt.

"Das Absterben der Bäume bestimmt unseren Arbeitsalltag. Anderen Aufgaben wie Wegepflege müssen wir hintenanstellen, weil wir komplett in der Verkehrssicherung beschäftigt sind", sagte Rodenfels. Für das kommende Jahr ist laut Rodenfels geplant, zehntausende Eichen im Stadtwald zu pflanzen, die gerade in der Baumschule sind: "Aber die brauchen Zeit, bis sie aus dem Gröbsten heraus sind."

Mediterrane Arten für den Stadtwald

Eine weitere Strategie ist, neue Baumarten in den Stadtwald zu bringen, die mit Trockenheit und Hitze gut zurechtkommen. Seit 2011 forscht hierzu die Frankfurter Goethe-Universität: Sie testet verschiedene Baumarten in dem Wald. Vor allem mediterrane Arten wie die ungarische Eiche, die Stein- und Flaumeiche seien gute Kandidaten, sagte am Dienstag Vera Holland, Mitarbeiterin am Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Universität. Gerade die Flaumeiche werde gut angenommen, Schmetterlinge würden auf ihr Eier legen.

Sendung: hessenschau kompakt, 16.07.2019, 16.45 Uhr