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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Medizinpreise nach Japan und Heidelberg

Porträtfotos der beiden Preisträger Shimon Sakaguchi und Judith Reichmann.

Zwei bedeutende Frankfurter Auszeichnungen in der Medizin gehen nach Japan und Heidelberg: Den Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis 2020 erhält der Immunologe Shimon Sakaguchi für seine Entdeckung der "Blauhelme des Immunsystems". Der Nachwuchspreis geht an eine Biologin.

Einer der wichtigsten Preise für medizinische Grundlagenforschung geht in diesem Jahr an den japanischen Immunologen Shimon Sakaguchi. Er erhält den Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis 2020 für seine Entdeckung der sogenannten regulatorischen T-Zellen - der "Blauhelme des Immunsystems". Das teilte der Stiftungsrat am Dienstag in Frankfurt mit.

Der 69-jährige Sakaguchi forscht und lehrt an der Osaka-Universität in Japan. Die mit 120.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 14. März in der Frankfurter Paulskirche verliehen.

Auch für Krebstherapie hilfreich

Dank der regulatorischen T-Zellen bleibt das Immunsystem im Gleichgewicht. Es unterscheidet mit ihrer Hilfe, was fremd ist und was zum Körper gehört. Fehler bei dieser Unterscheidung führen zu Autoimmunerkrankungen oder Allergien.

Ohne regulatorische T-Zellen drohen Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Rheuma, nützliche Bakterien im Darm würden nicht toleriert und ein heranwachsendes Kind im Mutterleib abgestoßen werden.

"Weitsicht und konsequente Beharrlichkeit"

Sakaguchi wird nicht nur für diese "bahnbrechende" Entdeckung geehrt, betonte der Stiftungsrat, "sondern auch für seine Weitsicht und konsequente Beharrlichkeit". Sakaguchi habe seinen eigenen Experimenten mehr getraut als der bis dahin gängigen Lehrmeinung.

Regulatorische T-Zellen seien exzellente Zielmoleküle für Therapien - "sowohl für Erkrankungen, bei denen das Immunsystem über die Stränge schlägt, als auch für Erkrankungen, bei denen das Immunsystem nicht mit der gebotenen Konsequenz gegen Missstände vorgeht", wie der Stiftungsrat mitteilte. Für die einen müssen die regulatorischen T-Zellen gestärkt werden. In der Krebsbehandlung wird versucht, ihre Aktivität zu dämpfen.

Nachwuchspreis an Heidelberger Forscherin

Der Nachwuchspreis geht in diesem Jahr an Judith Reichmann vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg. Die 35-Jährige habe gezeigt, warum Maus-Embryonen mitunter die falsche Zahl an Chromosomen haben oder über mehr als einen Zellkern pro Zelle verfügen.

Ihre Erkenntnisse zu den Fehlerquellen bei der Bildung von Ei- und Samenzellen bei Mäusen seien auch für das Gelingen menschlicher Fortpflanzung interessant.

Mit dem Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis zeichnet die Frankfurter Paul-Ehrlich-Stiftung seit 1952 besondere Forschungsarbeiten der medizinischen Grundlagenforschung aus. Der Preis wird traditionell am 14. März, dem Geburtstag des Nobelpreisträgers Paul Ehrlich, verliehen. Viele Preisträger der vergangenen Jahrzehnte bekamen später den Medizin-Nobelpreis.

Sendung: hr-iNFO, 21.01.2020, 10.00 Uhr