Bildkombo Streifenwagen Handy

Hakenkreuze, Hitlerbilder, rechtsextremistische Karikaturen - rund fünfzig möglicherweise strafrechtlich relevante Nachrichten sollen sich laut einem Medienbericht die unter Verdacht des Rechtsextremismus stehenden Frankfurter Polizisten ausgetauscht haben.

Die unter dem Verdacht rechtsextremer Umtriebe stehenden Frankfurter Polizisten sollen nach einem Bericht des Magazins "Spiegel" rund fünfzig möglicherweise strafrechtlich relevante Nachrichten ausgetauscht haben. Bei den über WhatsApp ausgetauschten Nachrichten soll es sich um Hakenkreuze, rechtsextremistische Karikaturen, Hitlerbilder und menschenverachtende Darstellungen von Flüchtlingen und Behinderten handeln. Ihrer Chat-Gruppe hätten die Teilnehmer den Namen "Itiot" gegeben.

Dem Bericht zufolge prüfen die Ermittler, ob die verdächtigen Polizisten dienstlich mit einer Frankfurter Rechtsanwältin zu tun hatten. Ein Drohbrief gegen die türkisch-stämmige Juristin, die im "NSU"-Prozess als Nebenklägerin aufgetreten war, und ihr zweijähriges Kind hatte die Ermittlungen gegen die Beamten ins Rollen gebracht.

Informationen aus dem Polizeicomputer geholt

Denn Informationen, die in dem mit "NSU 2.0" unterzeichneten Schreiben verwendet wurden - etwa die Privatadresse der Anwältin sowie der Name des Kindes - waren kurz zuvor vom Dienstcomputer einer Frankfurter Polizistin abgerufen worden. Über das Privathandy der Polizistin stießen die Ermittler auf die Chat-Grupppe.

Bisher sind sechs Beamte vom Dienst suspendiert. Laut Innenministerium wurde ein weiterer Teilnehmer der Chat-Gruppe identifiziert, der aber kein Polizeibeamter sei. Minister Peter Beuth (CDU) musste sich am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags kritischen Fragen stellen.

Sendung: hr-iNFO, 21.12.2018, 17 Uhr