Baustelle am Becken des Laubacher Freibades
Das Laubacher Freibad ist gesperrt Bild © hessenschau.de

Fehlstart in die Plantsch-Saison: Das Freibad im mittelhessischen Laubach ist noch dicht, weil es nicht ganz dicht ist. Von der Leck-Suche entnervt, wollen die Verantwortlichen demnächst öffnen - trotz enormer Wasserverluste.

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zum Video Das Laubacher Freibad hat ein Leck

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"Läuft bei Euch!" könnte man fast ketzerisch sagen. Im Freibad in Laubach (Gießen) versickern jeden Tag irgendwo 45.000 Liter Wasser. Das sind etwa 300 Badewannen voll oder so viel Wasser, wie 350 Hessen jeden Tag durchschnittlich verbrauchen. Wo aber das Leck ist, das weiß bisher niemand. Die Gießener Allgemeine Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.

Das Freibad in Laubach ist wie viele andere Bäder in Hessen: Es liegt am Stadtrand im Grünen, ist rund 40 Jahre alt, beheizt und bestückt mit einer 50-Meter-Bahn und einem Sprungturm. Und es ist marode und undicht. Ähnliche Probleme mit defekten Leitungen oder Rissen im Becken gab es in den vergangenen Jahren auch in Dieburg (Darmstadt-Dieburg), Linden (Gießen) oder in Hüttenberg (Lahn-Dill).

Leck löst großen Schreck aus

Schon länger war den Verantwortlichen in Laubach klar, dass aus dem Freibad deutlich mehr Wasser verschwindet, also sonst durch Verdunstung üblich ist. Seit diesem Frühjahr kennt man aber die genauen Zahlen.

"Das war schon ein großer Schreck" bestätigt der technische Leiter Thomas Lenz. Das Freibad wurde deshalb Ende Mai geschlossen. Eine Fachfirma hat bisher zwei kleinere undichte Stellen ausgemacht.

Ein defektes Wasserrohr im Freibad Laubach
Defektes Wasserrohr im Laubacher Freibad Bild © hessenschau.de

Doch leider ist das Problem damit nicht gelöst, bestätigt Betriebsleiter Daniel Heil. Er geht davon aus, dass "noch eine Rohrleitung defekt ist". Das könne man aber erst im Herbst sicher sagen, wenn das Wasser abgelassen und die Rohre untersucht worden seien. Bis dahin verschwinden weiter täglich zehntausende Liter Wasser.

"Müssen Wasserverlust in Kauf nehmen"

"Sehr bitter" sei das mit dem Wasserverlust und aus ökologischer Sicht nicht tragbar, sagt etwas zerknirscht Michael Köppen, Prokurist der Laubacher Kultur- und Bäder GmbH. Außerdem falle mit zusätzlichen Betriebskosten von etwa 100 Euro pro Tag "ein Haufen Geld" an.

Mit 28.000 zahlenden Besuchern pro Jahr sei das Schwimmbad aber wichtig für den Tourismus, außerdem wolle man die Badegäste nicht enttäuschen. "Wir müssen das jetzt in Kauf nehmen". Deshalb wird das Laubacher Freibad am Pfingstmontag wieder aufgemacht - trotz Leck.

Wann das Leck abgedichtet werden kann, ist völlig offen

Im September soll ein neues Gutachten zur Sanierung vorliegen, darüber müssen die Laubacher Stadtverordneten noch abstimmen. Die Stadt geht von mindestens drei Millionen Euro Kosten aus, Finanzhilfen des Landes sind beantragt. Frühestens im Herbst 2020 könnte mit der Sanierung begonnen werden. Im Laubacher Freibad werden bis dahin wohl noch Millionen Liter Trinkwasser versickern.

Weitere Informationen

Landesprogramm SWIM für Hallen-und Freibäder

Die hessische Landesregierung unterstützt mit dem Landesprogramm SWIM den Erhalt und die Modernisierung der hessischen Hallen- und Freibäder. Zehn Millionen Euro stehen dafür pro Jahr zur Verfügung, insgesamt 50 Millionen Euro.

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Das Becken des Laubacher Freibades mitsamt Sprungturmanlage

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