Fridays for Future am 29.11. auf der Frankfurter Zeil

Mehrere Tausend Menschen sind am Freitag in Hessen für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. In Frankfurt blockierten sie die Einkaufsmeile Zeil. Der größte Demonstrationszug war aber in Südhessen auf der Straße.

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Aktionstag der Bewegung "Fridays for Future" am Freitag: Allein in Frankfurt seien rund 8.000 Teilnehmer auf die Straße gegangen, teilten die Veranstalter mit. Die Polizei ging allerdings von lediglich 2.500 Teilnehmern aus. Am "Black Friday", dem umsatzstärksten Tag des Jahres, kamen die Demonstranten auf der Einkaufsmeile Zeil zusammen, um mit Sitzblockaden vor Geschäften gegen die "grenzenlose Profitmaximierung" und prekäre Produktionsbedingungen zu protestieren.

Die jugendlichen Aktivisten stimmten Lieder wie "O rettet das Klima!" an und trugen Transparente mit Aufschriften wie "Black Friday. Our world ist not for sale", "Würde über Profit" und "Den echten Schnee gibt's nicht im Koks-Taxi".

Fridays for Future am 29.11. auf der Frankfurter Zeil

Sie setzten sich vor die Eingänge der großen Kaufhäuser, ließen aber noch genügend Platz für Passanten und Schnäppchenjäger. Gleichwohl ließ ein Textil-Discounter am Brockhaus-Brunnen kurz nach Beginn der Aktion die Rollgitter herunter und stoppte den Verkauf.

Insgesamt 39 Veranstaltungen

Auch in Darmstadt, Gießen, Kassel, Marburg und anderen Städten gingen Schüler auf die Straße. Zu insgesamt 39 Veranstaltungen im Bundesland hatte die Bewegung Fridays for Future im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Madrid aufgerufen. In Darmstadt war es mit 6.000 Teilnehmern die nach Polizeiangaben größte Demonstration. In Kassel gingen rund 4.000 Menschen auf die Straße.

Bei einem Sternmarsch in Gießen beteiligten sich nach Angaben der Polizei 1500 Teilnehmer, in der Landeshauptstadt Wiesbaden kamen demnach «in der Spitze» etwa 1200 Menschen zusammen.

In Kassel wie auch in Gießen gab es kurzzeitige Verkehrsbehinderungen, die sich nach Angaben der Polizeisprecher aber schnell wieder auflösten.

Auch "Churches for Future" dabei

Mit dabei waren auch Aktivisten von "Students for Future", "Parents oder People for Future" und verschiedene Umweltschutzverbände. Die Demonstrationen waren Teil eines globalen Aktionstags - allein in Deutschland beteiligten sich nach Veranstalterangaben rund 630.000 Menschen.

Fridays for Future am 29.11. auf der Frankfurter Zeil

Die Aktionen in Frankfurt hatten am Mittag begonnen. Gegen 12 Uhr starteten zwei Demonstrationszüge parallel an der Bockenheimer Warte und am Zoo, um sich dann auf der Zeil zu vereinigen.

Auch etwa 30 Mitglieder der im nahe gelegenen Dominikanerkloster tagenden Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau nahmen an der Kundgebung teil. Sie versammelten sich hinter einem grünen Transparent der "Churches for Future" mit dem Slogan "Für Klimagerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung".

Klimapaket der Regierung "lächerlich"

Der Aktionstag in Frankfurt stand unter dem Motto "Climate Justice! Global Justice!" (Klimagerechtigkeit! Weltweite Gerechtigkeit!") Am "Black Friday" machten die Konzerne den größten Profit des Jahres, sagte die Aktivistin Angelina Fiehl. "Wir leben in einem System, in dem 100 Konzerne 71 Prozent der weltweiten Emissionen verursachen. Dieses Wirtschaften auf Kosten unserer Zukunft prangern wir an."

Die Politik schaue diesem Treiben entweder tatenlos zu oder stelle sich sogar hinter die Konzerne. Das müsse sich ändern. Das Klimapaket der Bundesregierung nannte Fiehl "lächerlich", denn damit sei dem 1,5 Grad Celsius-Ziel eine klare Absage erteilt worden.

Die Veranstalter kündigten für die nächsten Monate weitere Aktionen an.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 29.11.2019, 16.45 Uhr