Fridays-for-future-Demonstranten am Freitag auf dem Luisenplatz in Darmstadt.
Fridays-for-future-Demonstranten am Freitag auf dem Luisenplatz in Darmstadt. Bild © hr (Petra Demant)

"Fridays for Future" ist zurück auf der Straße. Nach dem Ende der Sommerferien haben am Freitag wieder hunderte Schüler und Studierende für den Schutz des Klimas demonstriert. In Darmstadt stellten sich Teilnehmer tot.

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hs

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In Wiesbaden und Darmstadt haben sich am Freitag insgesamt mindestens 600 Menschen den Fridays-for-Future-Protesten angeschlossen. Die erste große Demonstration für den Klimaschutz in Hessen nach dem Ende der Sommerferien gab es in Darmstadt. Rund 400 Teilnehmer zogen am Vormittag vom Luisenplatz durch die Innenstadt. Nach Angaben der Polizei blieb der Protest friedlich.

Auf Plakaten waren Slogans zu lesen wie "Stop climate change" (dt.: Stoppt den Klimawandel) und "Es gibt keinen Planeten B". Neben Schülern nahmen auch Studierende und andere Gruppen wie "Omas for Future" und "Ingenieure ohne Grenzen" an der Demo teil.

In Wiesbaden versammelten sich am Freitag nach Polizeiangaben rund 200 Jugendliche und zogen vom Hauptbahnhof in die Innenstadt. Die Veranstalter berichteten von bis zu 350 Teilnehmern aus Wiesbaden und Frankfurt. Die Schüler mahnten auf einem großen Plakat "We don't have time" (dt.: Wir haben keine Zeit).

Fridays-for-Future-Demo in Wiesbaden.
"We don't have time" - Fridays-for-Future-Demo in Wiesbaden. Bild © picture-alliance/dpa

Bürgerinitiative will Forderungen in die Stadtpolitik bringen

In Darmstadt hatten vor Beginn der Demonstration Fridays-for-Future-Vertreter mit der neu gegründeten Bürgerinitiative Klimanotstand eine Resolution für die Stadtverordnetenversammlung vorgestellt. Der Antrag soll dort Ende August beraten werden.

Unter anderem wird in der Resolution gefordert, dass die Stadt Darmstadt einen Klimaschutzrat schafft, der an allen politischen Gremien beteiligt wird. Die Stadt solle bis 2035 ihre Netto-Treibhausgas-Emmission auf null senken.

Stadt soll Klimanotstand ausrufen

"Das Ziel ist, dass die Stadt Darmstadt den Klimanotstand ausruft", sagte die Sprecherin der Bürgerinitiative, Heike Böhler, bei der Vorstellung der Resolution im Hessischen Landesmuseum. Jede Entscheidung der Stadt solle dann daraufhin überprüft werden, wie sie sich auf den Klimawandel auswirke.

Sollten die voraussichtlichen Auswirkungen negativ sein, solle die Stadt nach klimafreundlichen Alternativen suchen - sei es beim Verkehr oder beim Bauen. "Das Klima muss unsere Messlatte sein für die Entscheidung." Unter anderem die Städte Wiesbaden und Rüsselsheim haben den Klimanotstand bereits ausgerufen.

Die Bürgerinitiative will es sich nach Angaben ihrer Sprecherin zum Ziel machen, die Forderungen der Fridays-for-Future-Bewegung in die Stadtpolitik zu tragen. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, legten sich Klima-Aktivisten auf die Treppenstufen vor dem Landesmuseum und stellten sich tot.

Auch in Wiesbaden rief Fridays for Future zu einer Demonstration auf. Ab 12 Uhr wollten dort Schüler aus Wiesbaden und Frankfurt durch die Innenstadt ziehen. Es wurden mehrere hundert Teilnehmer erwartet.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau 16.08.2019, 19,30 Uhr