Ostermarsch Frankfurt

Seit über 60 Jahren gehen Menschen an Ostern für Frieden auf die Straße. Seit nicht einmal einem Jahr demonstrieren Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz. Was passiert, wenn Jung und Alt aufeinandertreffen? Was können sie voneinander lernen?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Josua (l.) und Pelcim über Ostermärsche: "Demonstrieren ist wichtig"

Josua und Pelcim
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"Merkt Ihr was? Wir zerstören das Gleichgewicht der Erde. Wir sind Schuld an dem, was passiert." Pelcim ist 16 Jahre alt. Montags bis donnerstags geht sie auf das Albert-Einstein-Gymnasium in Maintal (Main-Kinzig). Freitags nicht - da geht sie mit "Fridays for Future" demonstrieren.

Auf einer Klima-Demo im März in Hanau schnappte sich die Schülerin das Mikro und forderte, die drohende Klimakatastrophe aufzuhalten. Am Karfreitag beim Ostermarsch in Bruchköbel hat sie wieder gesprochen - vor rund 300 Menschen, über Frieden, Toleranz und darüber, was das Ganze mit dem Klimawandel zu tun hat.

Alte Tradition, aktueller Anlass

Die Kundgebungen und Demonstrationszüge zu Ostern haben lange Tradition. Bereits in den 60er-Jahren gingen Demonstranten für Frieden, Abrüstung und eine Verbesserung der internationalen Beziehungen auf die Straße. Einige Altachtundsechziger halten bis heute an dieser Tradition fest.

Wichtig findet das Felix Winter vom Kasseler Friedensforum: "Die Märsche sind besonders wichtig im Moment, weil wir in der NATO diese unheimliche Aufrüstung haben - wir sollen unsere Rüstungsausgaben fast verdoppeln. Das ganze Geld, was da verpulvert wird, wird uns fehlen für eine nachhaltige Politik und eine ökologische Wende. Das kann man nicht zulassen."

Voneinander lernen, miteinander stark

Von den Nachwuchs-Demonstranten könnten die alten Hasen einiges lernen, meint Winter. Junge Leute wollten viel schneller Ergebnisse sehen und das sei auch gut so, denn die Zeit laufe uns und dem Planeten davon.

Altachtundsechziger und junge Demonstranten

Von den erfahreneren Demonstranten wünscht sich Pelcim, dass sie die Jungen mitziehen und ihr politisches Interesse wecken: "Ich wünsche mir, dass zum Beispiel Omas ihren Enkeln diese Ostermarsch-Tradition näherbringen, damit sie nicht ausstirbt."

Demonstrieren - egal ob für Klimaschutz oder Frieden - ist wichtig, findet auch der 18-jährige Josua aus Frankfurt. "Demonstrieren ist wichtig, um Politikern zu zeigen, was unsere Meinung, Interessen und Anliegen sind. Und ihnen dann noch das nötige Feuer unterm Hintern zu machen."

Hoffnungsträger Jugend

So viel Elan sieht auch Winter gerne. Er wird auf dem Kasseler Ostermarsch am Montag Musik machen. Er hofft, dass viele der Fridays-for-Future-Aktivisten auch am Ostermarsch teilnehmen: "Bei der Klima-Demo und den Demonstrationen zur Seebrücke waren mehrere tausend junge Leute da. Von daher denke ich, dass mehr junge Leute als in den Jahren davor kommen. Ich würde mich sehr darüber freuen."

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Hier starten die Ostermärsche in Hessen

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