Fridays-for-future-Kundgebung im März auf dem Frankfurter Römerberg.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Wir wollen nicht hören, wie toll wir sind!"

Sprecher der Klimabewegung "Fridays for future" haben die schwarz-grüne Landesregierung kritisiert. Sie traten in Wiesbaden zusammen mit der Linksfraktion vor die Presse - wiesen aber den Vorwurf der Parteilichkeit zurück.

Die "Fridays for future"-Bewegung kündigte am Freitag in Wiesbaden an, dass die Klimaproteste in Hessen nach den Sommerferien fortgesetzt würden. Für den 16. August sei in Wiesbaden eine Demonstration geplant, zu der auch Schüler aus Frankfurt erwartet würden, sagte Dominik Lawetzky, Wiesbadener "Fridays for future"-Sprecher: "Ich glaube nicht, dass die Bewegung abebbt."

Kritik an Landesregierung

Zu den Demonstrationen in Wiesbaden seien regelmäßig mehr als 500 Teilnehmer gekommen. Co-Sprecherin Emely Dilchert sagte: "Wir stehen hier und hören erst auf, wenn die Politik endlich anfängt zu handeln." Auch Hessen werde seiner Verantwortung für den Klimaschutz nicht gerecht, kritisierte Lawetzky und adressierte damit die schwarz-grüne Landesregierung.

Die Nutzung von Windkraft breche ein, der Kohleausstieg müsse schneller kommen, die Politik müsse einen ordnungspolitischen Rahmen schaffen, damit sich jeder ökolologischer verhalte.

Die Sprecher kritisierten Kultusminister Alexander Lorz (CDU) dafür, dass er Bußgelder für Teilnehmer der Freitagsproteste nicht ausschloss, wenn sie wiederholt dem Schulunterricht fernblieben. Natürlich sei es ein Streik, betonte Dilchert. "Ein Streik ist nicht dazu gedacht, dass es allen Leuten gerade passt."

Linksfraktion schließt sich Kritik an

Die Sprecher der Klimabewegung waren am Freitag zusammen mit der Linksfraktion im Landtag vor die Presse getreten. Auch die Linksfraktion warf den Regierungsparteien CDU und Grüne vor, zu wenig für den Klimaschutz in Hessen zu tun. Kultusminister Lorz müsse klar sein, dass es hier um die Sache gehe und nicht ums Schwänzen, meinte die Abgeordnete Elisabeth Kula.

Ungeachtet ihres Auftritts mit der Linksfraktion betonten die Wiesbadener Sprecher der Klimabewegung die Überparteilichkeit des Schülerprotests. "Wir haben verschiedene Parteien angeschrieben und gefragt, ob sie sich das vorstellen können mit uns - und die Linke hat ja gesagt", erklärte Sprecherin Dilchert. Die Grünen beispielsweise wussten allerdings nichts von einer offiziellen Anfrage.

Bewegung widerspricht FDP-Vorwurf

Die FDP im Landtag warf der Bewegung vor, sie lasse sich von der Linkspartei vereinnahmen. Fridays-for-future-Sprecher Lawetzky widersprach dem Eindruck, dass man sich wie kleine Kinder instrumentalisieren lasse. "Wir sind durchaus in der Lage, selbst politisches Kalkül zu erkennen und pragmatisch zu handeln."

Vor nicht ganz einem Jahr war die Schwedin Greta Thunberg in einen sogenannten Klimastreik getreten und hatte die Bewegung ausgelöst. Im Kern fordern die Demonstranten die Politiker auf, die Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens umzusetzen und das Notwendige dafür zu tun, den globalen Temperaturanstieg auf die vereinbarten 1,5 Grad Celsius zu beschränken.

Sendung: hr-iNFO, 02.08.2019, 15.07 Uhr