Zwei Demonstrantinnen halten ein Plakat hoch, auf dem steht: "Sturm, Flut und Hitzen ist es egal, was wir besitzen."

In mehreren hessischen Städten haben tausende Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. Zu dem "globalen Klimastreik" kurz vor der Bundestagswahl rief die Bewegung Fridays for Future auf.

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hs
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Kurz vor der Bundestagswahl an diesem Sonntag haben in mehreren hessischen Städten vor allem junge Menschen für den Kampf gegen den Klimawandel demonstriert. Zu den Protesten im Rahmen eines internationalen "Klimastreiks" am Freitag hatte die Klimaschutzbewegung Fridays for Future aufgerufen. Unter dem Motto "AlleFürsKlima" beteiligten sich bundesweit Zehntausende Menschen am globalen Klimastreik.

Nach Angaben der Organisation kamen in Frankfurt etwa 19.000 Menschen zusammen. Die Polizei sprach von 5.500 bis 6.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Sie zogen von der Alten Oper zum Römerplatz.

Eine Menschenmenge, teilweise mit Plakaten und Fahnen in den Händen, befindet sich vor dem Frankfurter Rathaus

"Keine Partei hat einen richtigen Plan"

"Deutschland ist erneuerbar" hieß es auf Transparenten und Plakaten. Eine junge Frau trug ein Schild, mit dem sie an die Folgen der jüngsten Unwetterkatastrophen erinnerte: "Sturm, Flut und Hitzen ist es egal, was wir besitzen". Eine Frau hielt ein selbstgemaltes Plakat in die Höhe: "Haus oder Fisch - was willst du davonschwimmen sehen?"

Jana Voges, die sich für Fridays for Future in Frankfurt engagiert, sagte dem hr: "Unser Hauptziel ist es, das Pariser Klimaabkommen einzuhalten, damit wir eine lebenswerte Zukunft haben." Angesichts der anstehenden Bundestagswahl kritisierte sie die aktuelle Klimapolitik. "Keine Partei hat einen richtigen Plan zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels."

Demonstrationen auch in Darmstadt, Kassel und Gießen

Eine Menschenmenge auf dem Karolinenplatz in Darmstadt

Auch in anderen hessischen Städten gingen Demonstranten mit Klimaschutzforderungen auf die Straße. In Kassel waren laut Polizei rund 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort, in Darmstadt rund 2.000. In Gießen nahmen rund 1.200 Menschen an einer Kundgebung teil. Wie die Polizei mitteilte, verliefen die Demonstrationen friedlich und unter Einhaltung der Corona-Regeln.

Junis Poos, der die Demonstration in Gießen angemeldet hatte, sagte dem hr: "Wir wollen kurz vor der Wahl an die Öffentlichkeit treten und zeigen: So wie bisher kann es mit der Klimapolitik nicht weitergehen." Er betonte, dass sich bei Fridays for Future nicht nur Schülerinnen und Schüler engagierten. "Aus allen Altersklassen kommen heute Leute und kämpfen für eine Klimapolitik, die man wirklich Klimapolitik nennen kann."

Eine Gruppe von Demonstrantinnen und Demonstranten zieht mit Schildern durch eine Straße.

Klimaschutz-Demos seit 2018

"Klimaschutz und Klimagerechtigkeit stehen auf jedem zweiten Wahlplakat, aber dafür ausreichende Maßnahmen finden sich in keinem einzigen Wahlprogramm", hieß es in dem Demonstrationsaufruf. Unterstützt wurden die Proteste von rund 200 Organisationen, darunter unter anderem Greenpeace, der Naturschutzbund NABU und der Deutsche Alpenverein.

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Eine Menschenmenge vor der alten Oper in Frankfurt
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Die Schwedin Greta Thunberg hatte die Fridays for Future-Bewegung 2018 gestartet, als sie gegen den Klimawandel demonstrierte statt zur Schule zu gehen. Fridays For Future dringt insbesondere auf die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens.

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