Gottesdienst in Volkmarsen ein Jahr nach der Attacke am Rosenmontag

Ein Jahr nach der Amokfahrt am Rosenmontag hat Volkmarsen mit einem Gedenkgottesdienst an die Attacke erinnert. Die zentrale Frage: "Warum macht jemand so etwas?" Regierungschef Bouffier sprach den Opfern Mut zu.

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hs 16:45 Uhr 24.02.2021 Thumbnails
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Mit einem Gedenkgottesdienst hat die Stadt Volkmarsen (Waldeck-Frankenberg) an die Attacke mit einem Auto auf den Rosenmontagsumzug vor einem Jahr erinnert. Der 24. Februar 2020 sei kein fröhlicher Karnevalstag geworden, sondern ein "Tag der Verletzungen und der Traumata", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwochabend in der evangelischen Kirche der Stadt. Es sei ein "mittleres Wunder", dass niemand gestorben sei. Die seelischen Folgen der Tat gelte es noch immer zu überwinden.

"Es bleibt die Frage: Warum? Warum macht jemand so etwas?", fügte Bouffier hinzu. "Wir kennen die Motive des Täters nichts. Aber wir können mit Sicherheit sagen, dass die Täter solcher Attacken ein Ziel haben: Sie möchten die Gemeinschaft im Kern treffen", betonte der CDU-Politiker. "Wir müssen darauf die richtige Antwort geben: Diese Täter versuchen, unser friedliches Leben zu zerstören. Sie dürfen nicht siegen. Im Mittelpunkt sollen die Opfer stehen – nicht die Täter."

Insgesamt mehr als 150 Betroffene

Am 24. Februar 2020 war ein Auto in die Zuschauermenge gefahren, die zum Rosenmontagsumzug gekommen war. Der damals 29 Jahre alte deutsche Fahrer soll den Wagen absichtlich in das Gedränge gesteuert haben. 90 Menschen, darunter viele Kinder, erlitten teils schwere Verletzungen.

Zahlreiche weitere wurden nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt beeinträchtigt oder traumatisiert. Insgesamt gibt es mehr als 150 Betroffene. Dem mutmaßlichen Täter wird unter anderem versuchter Mord sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

"Noch immer sind nicht alle Wunden verheilt"

An dem ökumenischen Gottesdienst am Mittwoch nahmen neben Vertretern von Stadt, Land und Kirchen auch Angehörige von Rettungsdiensten teil, von der Feuerwehr, der Volkmarser Karnevalsgesellschaft sowie eine Sprecherin der Opfer. "Noch immer sind nicht alle Wunden verheilt", sagte sie.

Wegen der Corona-Pandemie waren keine Besucher in der Kirche zugelassen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 24.02.2020, 19.30 Uhr