Schriftzug auf einem  Bürgersteig

Auch in Hessen ist die zuerst in Indien nachgewiesene Delta-Variante des Coronavirus auf dem Vormarsch. Eine Überschlagsrechnung zeigt, dass aber trotzdem kein Grund zur Besorgnis besteht - wenn die Impfungen wirken wie geplant.

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zum Video Wie schnell breitet sich die Delta-Variante in Hessen aus?

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Die sogenannte Delta-Variante des Corona-Virus breitet sich in Deutschland weiter aus. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts entfielen zuletzt rund 6,2 Prozent aller Neuinfektionen auf diesen Virustyp. Vor einer Woche hatte das RKI den Anteil noch mit drei Prozent angegeben.

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Auch in Hessen ist die Virusvariante auf dem Vormarsch. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts haben die hessischen Gesundheitsämter bisher insgesamt 113 Infektionen mit dem Deltavirus gemeldet. Das sind über 60 Prozent mehr als in der Vorwoche. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein, weil nur bei wenigen Corona-Tests auch die Virusvariante bestimmt wird.

Am häufigsten wurde die Delta-Variante mit 46 Fällen bisher in Frankfurt entdeckt, gefolgt von Wiesbaden mit 20 Fällen. Vor knapp drei Wochen hatte das Frankfurter Gesundheitsamt erst elf Delta-Fälle gezählt - was bedeutet, dass etwa fünf Prozent der gemeldeten Neuinfektionen in diesem Zeitraum auf Delta zurückgingen. Aber auch in Nordhessen ist der Virustyp angekommen: In Stadt und Kreis Kassel hat das Gesundheitsamt bisher zwei Fälle erfasst.

In Wiesbaden wurde ein Fall registriert, der trotz zweier Impfungen schwer erkrankte und auf der Intensivstation aufgenommen werden musste. Aus Studien in Großbritannien weiß man, dass die Delta-Variante für nur einmal Geimpfte ein höheres Risiko bedeutet, und auch Durchgeimpfte anstecken kann - selten, aber immer noch häufiger als die bekannten Varianten.

Was in Hessen anders ist als im Königreich

Muss einem da der Blick nach Großbritannien nicht Sorgen machen? Dort hat die Ausbreitung der Delta-Variante dazu geführt, dass zum 21. Juni geplante Lockerungen erst einmal verschoben wurden. Und das, obwohl Großbritannien beim Impfen immer noch weit vor Hessen liegt - und doch liegen die Verhältnisse anders.

In Großbritannien wurde das Delta-Virus von Reisenden aus Indien mitgebracht und breitete sich in deren Familien und Umfeld aus - die noch nicht im gleichen Maße geimpft waren wie der Schnitt der britischen Bevölkerung, wie der Berliner Virologe Christian Drosten anmerkt.

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Delta-Variante spielt zahlenmäßig geringe Rolle

In Hessen sind die Delta-Fallzahlen niedrig. Auch der Anteil der aggressiveren Variante steigt vor allem deshalb, weil die Fallzahlen insgesamt so stark zurückgehen. Je mehr Menschen durchgeimpft sind, desto schlechter sind auch die Chancen des Virus, neue Opfer anzustecken - am Ende ist es ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten.

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Unser vereinfachtes Szenario beruht auf den Annahmen, dass die Delta-Variante etwa um die Hälfte ansteckender ist als die bekannten Varianten - was eher hoch gegriffen sein dürfte - und dass die Impfungen die Ausbreitungschancen aller Varianten in etwa gleichem Maße verringern.

Mit diesem Annahmen kommt man zu dem Schluss: Die Chancen, dass Delta den allgemeinen Abwärtstrend umkehrt, sind aufgrund der niedrigen Zahl von Fällen derzeit gering.

Hinweis: In einer früheren Version stand irrtümlich, dass in Stadt und Kreis Kassel bisher fünf Delta-Fälle registriert wurden. Es sind zwei.

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