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Nach den Soforthilfen für Kleinunternehmen und Solo-Selbstständige startet das Land Hessen ein weiteres Hilfsprogramm für Vereine. Erste Details stellte Ministerpräsident Bouffier am Montag vor.

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Unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden nicht nur Unternehmen und Arbeitnehmer, sondern auch das Ehrenamt. Das Land Hessen hat deshalb am Montag ein millionenschweres Soforthilfeprogramm für Vereine auf den Weg gebracht. Sportvereine, Kulturvereine und andere Initiativen mit bürgerschaftlichem Engagement, die nicht von der öffentlichen Hand getragen werden, sollen jeweils bis zu 10.000 Euro Unterstützung erhalten.

"Das Coronavirus greift in alle Bereiche ein, auch in unser soziales Miteinander“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zu Beginn der Pressekonferenz in Wiesbaden. Als "klassischer Kitt der Gesellschaft" hätten Vereine eine große Bedeutung, hob der Politiker hervor.

40.000 gemeinnützige Vereine in Hessen

Wegen der coronabedingten Einschränkungen seien aber viele der rund 40.000 Vereine in Hessen kaum noch in der Lage, ihre Vereinsarbeit aufrechtzuerhalten. "Gerade gemeinnützige Vereine sind auf Einnahmen durch Veranstaltungen angewiesen", sagte Bouffier. Diese würden nun wegfallen, Mietkosten und andere Ausgaben dagegen bleiben.

Das Hilfsprogramm richtet sich an alle gemeinnützigen Vereine - etwa aus den Bereichen Sport, Kultur, Naturschutz sowie bildende Vereine. Wirtschaftlich betriebene Vereine können dagegen wie bisher die Soforthilfen für Unternehmen beantragen.

Anträge laufen über verschiedene Ministerien

Zuständig für die Bearbeitung der Anträge der gemeinnützigen Vereine seien die jeweiligen Ministerien, für Kulturvereine also beispielsweise das Wissenschaftsministerium. Die Anträge für die Soforthilfen können ab 1. Mai gestellt werden. Das Antragsformular und weitere Details zum Förderprogramm hat die Regierung auf ihrer Internetseite veröffentlicht.

Die Beträge seien "nicht sehr üppig", sagte Bouffier weiter. Er verspreche sich von den Hilfen jedoch "eine gute Grundlage", damit das Vereinsleben in Hessen trotz Corona weitergehen könne. Die Finanzierung sei durch den Ende März verabschiedeten Nachtragshaushalt gedeckt. Es handele sich um eine freiwillige Leistung des Landes ohne Rechtsanspruch.

Sportstätten bleiben geschlossen - mindestens bis 30. April

Wann Sportstätten in Hessen wieder öffnen dürfen, bleibt unklar. Bouffier betonte, darüber werde er am 30. April gemeinsam mit seinen Länderkollegen und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten. Bislang habe sich der organisierte Sport auf keine gemeinsame Linie geeinigt. Er wolle keine Einzelentscheidungen für Sportarten treffen.

Der Ministerpräsident warnte eingangs der Pressekonferenz noch einmal vor zu schnellen Lockerungen der Corona-Beschränkungen: "Die Coronakrise ist noch keineswegs bewältigt. Die Gefahr dauert an", betonte Bouffier: "Deshalb müssen wir auch in Zukunft besonnen bleiben.“

Eigenes Soforthilfe-Programm in Kassel

Unter dem Slogan "Kopf hoch Kassel" hat die Stadt Kassel derweil ein eigenes Soforthilfe-Programm gestartet, das sich neben Unternehmen auch an Vereine richtet. Für gemeinnützige Institutionen und Vereine mit Sitz in Kassel stehen nach Angaben der Stadt drei Millionen Euro zur Verfügung. Kleinere Betriebe und Solo-Selbstständige, die wegen der Corona-Krise schließen mussten, können bei Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebes bis zu 5.000 Euro erhalten. Diese würden nicht mit der Soforthilfe des Landes verrechnet.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 20.04.2020, 19.30 Uhr