Teilnehmer an der Mai-Kundgebung auf dem Römerberg in Frankfurt
Teilnehmer an der Mai-Kundgebung auf dem Römerberg in Frankfurt Bild © David Flasskamp (hr)

Rund 14.000 Menschen haben am Tag der Arbeit in Hessen an den traditionellen Mai-Kundgebungen teilgenommen. Auf der zentralen Veranstaltung in Frankfurt kritisierte die GEW-Bundesvorsitzende Tepe die deutsche Bildungspolitik.

Videobeitrag
hs

Video

zum Video Tausende Teilnehmer bei Mai-Kundgebungen

Ende des Videobeitrags

Bei seinen Mai-Kundgebungen in Hessen hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die schwarz-grüne Landesregierung kritisiert. Sie habe dem Lehrermangel bislang nichts entgegengesetzt, sagte der Vize-Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Sandro Witt, am Mittwoch vor etwa 1.000 Demonstranten in Hanau. Er verlangte unter anderem zusätzliches Personal, bessere Besoldung und weniger Pflichtstunden.

Auch mit dem geplanten Tariftreue- und Vergabegesetz zeigte sich der DGB-Vize unzufrieden. Es brauche eine eigene Kontrollbehörde, die über die Einhaltung von Mindest- und Tariflöhnen auch bei Subunternehmen wache. Wichtig sei die Einführung eines vergabespezifischen Mindestlohns, wie es die Thüringer Landesregierung bereits vormache.

Milliarden-Investitionen gefordert

Vor rund 7.000 Menschen bei der zentralen hessischen 1.-Mai-Kundgebung in Frankfurt forderte die Bundesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, mehr Geld für die Bildung. In ihrer Rede auf dem Römerberg verlangte sie zusätzliche Milliarden-Investitionen in Gebäude, digitale Infrastruktur und Personal.

"Schon jetzt fehlen bundesweit in den Kindertagesstätten etwa 100.000 Erzieherinnen und Erzieher. An den Schulen sind tausende Stellen nicht besetzt, weil in den vergangenen Jahren viel zu wenige Lehrkräfte ausgebildet worden sind", beklagte die Gewerkschafterin den Fachkräftemangel.

Gewerkschafterin: Vermögensteuer wieder einführen

Außerdem müsse soziale Ungerechtigkeit im Bildungswesen beseitigt werden, sagte die GEW-Chefin. Man dürfe nicht hinnehmen, dass in Deutschland der Bildungserfolg viel stärker von der sozialen Herkunft bestimmt werde als in anderen Ländern. "Kitas und Schulen in benachteiligten Stadtteilen müssen zusätzlich unterstützt, die Ganztagsangebote in Krippen, Kitas und Schulen ausbaut werden", sagte Tepe.

Zur besseren Finanzierung der Bildung schlug die Gewerkschafterin vor, die Vermögensteuer wieder einzuführen und die Erbschaftsteuer zu reformieren.

Videobeitrag
Gewerkschafter ziehen zur Mai-Kundgebung in Darmstadt

Video

zum Video Gewerkschafter ziehen zur Mai-Kundgebung in Darmstadt

Ende des Videobeitrags

14.000 Menschen hessenweit auf der Straße

Bei strahlendem Wetter hatten sich laut DGB hessenweit insgesamt rund 14.000 Menschen aufgemacht, um an den traditionellen Kundgebungen zum Tag der Arbeit teilzunehmen. Er stand in diesem Jahr unter dem Motto "Europa. Jetzt aber richtig!". Größere Demonstrationen hatte der DGB in Kassel, Darmstadt, Offenbach und Hanau organisiert.

"Wir sind mit den Teilnehmerzahlen mehr als zufrieden", erklärte DGB-Bezirkschef Michael Rudolph, der auf der Kundgebung in Erfurt (Thüringen) sprach.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 01.05.2019, 19.30 Uhr