Lehrerin Jasmin Schneider macht ihre Schüler am Heinrich von Gagern-Gymnasium in Frankfurt mit den Hygiene-Vorschriften vertraut.

Die ersten Schüler sind nach wochenlanger Corona-Zwangspause in ihre Klassen zurückgekehrt. Bei aller Freude übers Wiedersehen hieß es: Abstand halten. Vieles lief gut, aber nicht alles rund.

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Die schrittweise Öffnung der hessischen Schulen nach der Corona-Pause ist nach Einschätzung von Elternvertretern am Montag gut angelaufen. Die Schulleiter seien meist sorgfältig vorgegangen und hätten den Hygieneplan gut an die örtlichen Gegebenheiten angepasst, sagte Korhan Ekinci, der Vorstandsvorsitzende des Landeselternbeirates.

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In Hessen begann am Montag die Schule für rund 110.000 Schüler der Abschlussjahrgänge. Die Grundschulen bleiben nach einem Gerichtsurteil geschlossen.

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Allerdings gebe es teils Personalprobleme, weil viele Lehrer den Risikogruppen angehörten. Auch hätten vereinzelt Lehrkräfte darauf bestanden, dass alle Schüler im Klassenraum Mundschutz tragen. Diese Frage sei vor Ort gelöst worden. Einige Landkreise hatten angekündigt, Alltagsmasken für Schüler und Personal zur Verfügung stellen zu wollen. Eine Pflicht zum Tragen von Masken in Schulen, wie es sie seit Montag im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften gibt, soll in Schulen aber ausdrücklich nicht durchgesetzt werden.

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hessenschau kompakt von 16:45 Uhr vom 27.04.2020
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Ihm sei von mehreren Seiten berichtet worden, dass sich Schüler oft sehr gefreut hätten, sich wiederzusehen, betonte Ekinci. Trotzdem seien alle den ersten Rückmeldungen zufolge sehr diszipliniert geblieben. "Auch die Lehrer haben sich sehr gefreut, ihre Schüler zu sehen."

Ministerium: "Großer Raumbedarf"

Auch aus dem Kultusministerium hieß es: "Aus unserer Sicht ist es gut angelaufen. Es habe sich gezeigt, dass die Schulen wegen der Aufteilung von Klassen und Kursen in kleine Lerngruppen einen hohen Raumbedarf hätten, sagte ein Ministeriumssprecher. Außerdem wolle das Ministerium diese Woche nochmal einen genauen Blick darauf werfen, wie viele Lehrer im Präsenzunterricht eingesetzt werden können.

Gehören Lehrkräfte zur Risikogruppe - etwa wegen ihres Alters oder einer Vorerkrankung - dann müssen sie keinen Präsenzunterricht erteilen. Dies gilt auch für Lehrer, die mit Angehörigen einer Risikogruppe zusammenleben. In den Schulen gelte keine Maskenpflicht, solange der Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werde, erklärte der Sprecher. Wo es einen Bedarf gab, seien Masken an Schüler verteilt worden.

Warmes Wasser weiter nicht überall

Sehr unterschiedlichen Bedingungen je nach Schule beobachtete die Bildungsgewerkschaft GEW. Teils gebe es zum Schutz vor dem Coronavirus sehr gute hygienische und räumliche Voraussetzungen, sagte die Landesvorsitzende Maike Wiedwald. Das sei aber nicht an jeder Schule der Fall.

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Was Schulen beachten müssen

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Ähnliches berichtete Landesschulsprecher Paul Harder: Viele Schulen seien mit Seife und Toilettenpapier ausgestattet worden. Zudem seien Wege eingezeichnet worden, an denen die Schüler zum Schutz vor einer Ansteckung entlang gehen sollen. Es gebe aber auch etliche Rückmeldungen von Schülern, dass es kein warmes Wasser in der Schule gebe und Desinfektionsmittel fehle. "Ich hoffe sehr, dass da noch nachgebessert wird", sagte Harder.

Schulen teilweise im Schichtbetrieb

Sie habe den Eindruck, dass in den Schulen vor Ort ein sehr großes Engagement und Bewusstsein herrsche, pragmatische Lösungen für die Schüler und Lehrer zu erreichen, betonte die Gewerkschaftschefin. Es werde teils im Schichtbetrieb unterrichtet oder die Klassen würden geteilt. Die Ansätze seien in den Schulen sehr unterschiedlich und würden auch von der Größe und der Zahl der zur Verfügung stehenden Räume abhängen.

Nach Einschätzung von Wiedwald wird es noch eine ganze Zeit dauern, bis Hessen zu einem Unterricht wie vor der Corona-Krise zurcükkehren könne. Denkbar sei, dass es künftig zunächst eine Mischung aus Präsenzunterricht und einer Phase des Lernens zuhause geben werde, erklärte die Gewerkschafterin.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 27.04.2020, 16.45 Uhr