Fahrradfahrer mit Alltagsmaske

Die Stadt Hanau und mehrere Kommunen im Main-Kinzig-Kreis haben auf die zuletzt deutlich gestiegenen Corona-Neuinfektionen mit weiteren Einschränkungen reagiert. In der Gastronomie, in Schulen und bei persönlichen Kontakten herrschen wieder verschärfte Regeln.

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hessenschau vom 24.08.2020
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Seit dem Ende der Sommerferien gehen die positiven Corona-Befunde in Hanau und Umgebung durch die Decke: Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 63,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erreichte Hanau am Montag erneut den landesweiten Höchststand.

Vor allem Reiserückkehrer ließen die Zahlen in die Höhe schnellen, erläuterte der Main-Kinzig-Kreis auf einer Pressekonferenz. Davon betroffen seien auch die Nachbarstädte Bruchköbel, Erlensee, Maintal, Neuberg und Nidderau.

Man habe ein "Infektionsgeschehen, das es zuletzt im Frühjahr in unserer Region gegeben hat", sagte Kreis-Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (SPD). Für alle sechs Kommunen wurden daher verschärfte Maßnahmen beschlossen. Ähnlich wie bereits in der Stadt Offenbach gibt es etwa strengere Auflagen in der Gastronomie, beim Treffen von Gruppen in der Öffentlichkeit oder auch beim Schulunterricht.

Die Maßnahmen im Überblick:

Treffen in der Öffentlichkeit mit maximal fünf Personen

In der Öffentlichkeit sind nur noch Treffen mit maximal fünf Personen oder zwei Hausständen erlaubt. Das gilt auch für die Gastronomie. Außerdem gilt ein Grill- und Picknickverbot im öffentlichen Raum. Im privaten Umfeld und bei Vereinsveranstaltungen sind maximal 20 Personen gestattet.

Weniger Besucher bei Veranstaltungen

Veranstaltungen unter freiem Himmel dürfen von maximal 100 und in geschlossenen Räumen von 50 Menschen besucht werden.

Sperrstunde in der Gastronomie

Restaurants, Bars und Kneipen müssen zwischen 24 Uhr und 8 Uhr morgens geschlossen bleiben. Beim Betreten und Verlassen von Lokalen herrscht Maskenpflicht.

Maskenpflicht im Unterricht und in der Kirche

Lehrkräfte und Schüler an weiterführenden Schulen in Kommunen mit einer Inzidenz von über 20 müssen auch im Unterricht eine Maske tragen. Diese Pflicht gilt auch bei religiösen Veranstaltungen und Gottesdiensten. Bei außerschulischen Bildungsangeboten und der Ausbildung herrscht Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Kein Sportunterricht, Vereinssport nur noch kontaktfrei

An Schulen darf kein praktischer Sportunterricht stattfinden. Vereine dürfen Sport nur noch kontaktfrei ausüben. Die Personenzahl muss auf zehn begrenzt werden. Vereine aus den betroffenen Städten dürfen vorerst nicht an Wettkämpfen teilnehmen.

Umkleiden, Spinde und sanitäre Anlagen sollen nur unter strengen Hygienemaßnahmen geöffnet werden.

Weniger Besucher in Schwimmbädern

Der Zugang zu Schwimmbädern wird durch die Betreiber begrenzt. In Hanau ist eine Halbierung der bisherigen Besucherzahlen vorgesehen. Tickets dürfen ausschließlich online erworben werden.

Hanau kündigt verstärkte Kontrollen an

Die neuen Regelungen gelten laut Kreisangaben für vorerst einen Monat. Sie sollen noch in dieser Woche offiziell in Kraft treten, möglichst aber bereits ab sofort befolgt werden. Für alle weiteren Kommunen im Altkreis Hanau gilt den Angaben ebenfalls die Empfehlung, diese Maßnahmen zu beherzigen.

Die Stadt Hanau kündigte zudem verstärkte Kontrollen der Corona-Auflagen im öffentlichen Raum, in Gaststätten, dem Einzelhandel und dem Nahverkehr an. "Wir haben sehr früh in der Mannschaft 'FC Vorsicht' gespielt und müssen das wegen der drastisch gestiegenen Zahl von Neuinfektionen nun erst recht tun", sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD).

"Wir dürfen mit der Disziplin beim Maskentragen, Abstandhalten, Händewaschen und bei der Niesetikette auf keinen Fall nachlassen, auch und gerade bei Feiern im persönlichen Umfeld nicht", appellierte er.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 24.08.2020, 16.45 Uhr