Frau bearbeitet Abstriche von Corona Tests

Nach mehreren falschen Corona-Testergebnissen hat der Vogelsbergkreis die Kassenärztliche Vereinigung (KV) aufgefordert, ihr Untersuchungslabor zu wechseln. Die KV hält dagegen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Vogelsbergkreis kritisiert Corona-Testlabor

In einem Labor in Stuttgart werden Tests zum Coronavirus durchgeführt.
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Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen hat Vorwürfe des Vogelsbergkreises zurückgewiesen, dass ein von der KV beauftragtes Labor falsche Coronatest-Ergebnisse geliefert habe. Für die Vorwürfe bestehe kein Anlass. Die öffentliche Kritik offenbare "ein erschreckendes Maß an Fahrlässigkeit an der Kreisspitze", teilte die KV am Mittwoch in Frankfurt mit.

Der Vogelsbergkreis hatte die KV am Dienstag aufgefordert, nach mehreren falschen Corona-Testergebnissen das Untersuchungslabor zu wechseln. Man habe mittlerweile 14 Corona-Tests in Folge, deren zunächst positives Ergebnis sich im Nachhinein als falsch herausstellte, erklärte der Kreis.

"Keineswegs ungewöhnlich"

Die KV arbeite nur mit Laboren zusammen, in denen die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts eingehalten werden, legte die KV dar. Dass ein Test auf das Coronavirus einige Tage später anders ausfalle, sei "keineswegs ungewöhnlich". Es handele sich bei einer Virusinfektion um einen "biologischen Prozess, der sich stetig verändert".

Außerdem fielen nicht alle Tests zu 100 Prozent positiv oder negativ aus, sondern auch mal nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent. "Wir halten es aber für infektiologisch unverantwortlich, einen solchen Fall nicht als positiven Test zu klassifizieren", befindet die KV. Täte man dies, wäre das Ansteckungsrisiko angesichts der Pandemie viel zu hoch.

"Positive Ergebnisse haben erhebliche Konsequenzen"

Der Vogelsbergkreis hatte darauf hingewiesen, dass positive Test-Ergebnisse "ganz erhebliche Konsequenzen in beruflicher, betreuungs-technischer und nicht zuletzt auch finanzieller Hinsicht für die Betroffenen" nach sich ziehen.

Es könne kein Dauerzustand sein, dass sich Betroffene doppelt testen lassen müssten, findet der Kreis. Die KV betonte, dass zu den Vorgaben zur Qualitätssicherung ein zweiter Test zur Bestätigung oder Revidierung des Ergebnisses gehöre.

Sendung: hr4 für Osthessen, 24.06.2020, 8.30 Uhr