Impfung

Hessen ist bei den Erstimpfungen auf der Überholspur und hat im Ranking vier andere Bundesländer hinter sich gelassen. Ein Grund: Das Land verimpft gerade seine Sicherheitsreserven.

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Erstmals wurden in den Impfzentren des Landes mehr als 30.000 Menschen an einem Tag geimpft. Die Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) wies für den Donnerstag rund 32.000 Impfungen aus. Damit erreichen die Zentren allmählich das Pensum, für das sie von Anfang an ausgelegt waren. Bei den Erstimpfungen hat sich Hessen jetzt - nach vielen Wochen als Schlusslicht - auf den 12. Platz von 16 Bundesländern vorgeschoben.

Zum hohen Impftempo tragen seit Ostern auch die Hausärzte bei. Sie haben laut RKI am Mittwoch sogar 34.000 Menschen die schützende Spritze gegeben. Zumindest werktags können die Hausärzte inzwischen mehr Menschen impfen als die Zentren. Die Hausärzte erhalten immer größere Anteile des gelieferten Impfstoffs.

Sicherheitsreserven werden reduziert

Der Schub in den Zentren erklärt sich nicht nur durch höhere Liefermengen, sondern auch durch Einmal-Effekte. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, dass die Zentren derzeit ihre Sicherheitsreserven auf ein Minimum reduzieren. Vor zehn Tagen habe das Land noch ein Polster von rund 120.000 Impfdosen vorgehalten. Jetzt seien es nur noch rund 35.000.

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Die Rücklagen hatte das Land gebildet, um für jede Erstimpfung auch eine Zweitimpfung garantieren zu können - auch dann, wenn einmal Lieferungen unerwartet ausbleiben sollten. Davon geht das Innenministerium jetzt aber nicht mehr aus. Der Nachschub gilt inzwischen als gesichert. Im Gegenteil: Ab Juni soll laut Bundesgesundheitsministerium noch deutlich mehr geliefert werden.

Zweitimpfungen jetzt erst später

Ein weiterer Kniff bringt Hessen bei den Erstimpfungen auf die Überholspur: Das Land reizt die zulässige Spanne zwischen Erst- und Zweitimpfungen seit Ostern voll aus: sechs Wochen bei Moderna und Biontech und sogar zwölf Wochen bei Astrazeneca. So können die Impfzentren die verfügbaren Impfdosen im Moment vor allem für Erstimpfungen verwenden, Zweitimpfungen finden derzeit kaum statt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hessen kommt beim Impfen schneller voran

Impfzentrum in der Frankfurter Festhalle
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In einigen Wochen muss Hessen also wieder mehr Serum für die Zweitimpfungen verwenden. Allerdings sind dann auch größere Lieferungen zu erwarten. Geht man vom derzeitigen Impftempo aus, könnte Mitte Juni jeder zweite Hesse zumindest einmal geimpft sein.

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Schon jetzt bremsen die Impfungen das Pandemiegeschehen. Das lässt sich beispielsweise an den Alten- und Pflegeheimen ablesen - die Bewohner sind zu 90 Prozent geimpft, kaum jemand erkrankt dort noch schwer an Covid-19.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 30.04.2021, 19.30 Uhr